Der Jahreswechsel auf Sylt ist geprägt von ausgelassener Stimmung, vollen Promenaden und Feiern, die vielerorts bis weit in die Nacht andauern. Während Gäste und Insulaner gemeinsam ins neue Jahr starten, zeigt sich in der Neujahrsnacht jedoch erneut eine Lücke im überregionalen Bahnverkehr.


Der erste reguläre Zug des neuen Jahres startet ab Westerland um 0.19 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sind die Silvesterfeiern auf der Insel jedoch längst nicht beendet. Viele Veranstaltungen ziehen sich bis in die frühen Morgenstunden, insbesondere in den touristischen Zentren und gastronomischen Betrieben. Gerade Beschäftigte aus Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsbereichen sorgen dafür, dass der Jahreswechsel auf Sylt überhaupt möglich ist – ihr Arbeitstag endet häufig erst deutlich nach Mitternacht.


Traditionell nutzten viele dieser Menschen in den vergangenen Jahren den sogenannten „Lumpensammler“, einen Zug, der gegen 2 Uhr in der Neujahrsnacht von der Insel fuhr. Diese Verbindung bot eine wichtige Möglichkeit, auch nach dem Ende der Feiern sicher und zuverlässig vom Inselbahnhof wegzukommen. In diesem Jahr wurde dieser Zug jedoch vom Land Schleswig-Holstein nicht bestellt.


Die Folge: Nach dem Zug um 0.19 Uhr fährt die nächste Verbindung erst wieder um 5.19 Uhr am Neujahrsmorgen. Für viele Nachtschwärmer, Beschäftigte und Frühreisende bedeutet das eine mehrstündige Wartezeit, die insbesondere in der kalten Jahreszeit als Belastung empfunden wird.


Innerhalb der Insel zeigt sich hingegen ein anderes Bild. Die Sylter Verkehrsgesellschaft stellt in der Silvesternacht erneut ein umfangreiches Angebot bereit. Die Busse verkehren bis spät in die Nacht und sind für alle Fahrgäste kostenlos nutzbar. Damit bleibt zumindest die Mobilität zwischen den Orten auf Sylt auch in den frühen Morgenstunden gewährleistet.


Der fehlende Zug in der Neujahrsnacht wirft dennoch Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung des Jahreswechsels für Tourismus, Arbeitskräfte und Infrastruktur. Während auf der Insel gefeiert wird, endet die Anbindung an das Festland früher als in vielen Vorjahren – ein Umstand, der für Diskussionen sorgen dürfte.