Manchmal braucht es nicht viel für eine gute Idee: eine Tasse Kaffee, glückliche Kinder und die Frage, warum es etwas Schönes nicht auch auf Föhr geben sollte. So begann 2011 die Geschichte des FöhrRings – lange bevor das erste E-Kart seine Runde drehte.

Eigentlich war es ein Familienausflug. Pfingsten 2011 ging es nach Haithabu und anschließend als Überraschung für die Kinder Rieke und Malte auf eine Kartbahn in Schleswig. Während der Nachwuchs seine Runden drehte, saßen die Eltern, Petra & Dierk Clausen, bei einer Tasse Kaffee in der Sonne. Und irgendwann stand die Frage im Raum: Warum nicht eine Kartbahn auf Föhr?

Was zunächst nach einer spontanen Idee klang, wurde zu einem Projekt, das viel Geduld erforderte. Fünfeinhalb Jahre dauerte der Weg von den ersten Gesprächen bis zur Umsetzung. Es gab Bedenken wegen Lärm und Abgasen, Gutachten mussten erstellt und Überzeugungsarbeit geleistet werden. Unterstützung kam dabei auch von vielen jungen und junggebliebenen Föhrern und Föhrerinnen, die sich für das neue Freizeitangebot starkmachten.

Ende 2015 konnte schließlich gebaut werden – und zwar mit viel Eigenleistung. Nach Feierabend und an den Wochenenden wurde gebaggert und angepackt. Wo immer möglich, kamen Firmen von der Insel zum Einsatz. Im Februar 2016 entstand die Sohlplatte, im März wurde Richtfest gefeiert, im Mai folgte der Asphalt.

Bis zuletzt blieb es spannend. Eine Woche vor der Eröffnung fiel auf, dass Türen fehlten. Auch die Fensterbänke waren vergessen worden. Der Tischler half, es wurde improvisiert – und noch in der Nacht vor dem großen Tag kniete die Familie bis zwei Uhr morgens im Bistro und verlegte den Fußboden.

Am 9. Juli 2016 öffnete der FöhrRing.

Heute führt die 560 Meter lange Strecke in Wyk direkt neben dem Flugplatz entlang. Gefahren wird ausschließlich elektrisch – ohne Motorenlärm und Abgase. Die Karts erreichen auf der Strecke bis zu 64 Stundenkilometer.

Geblieben ist vor allem der familiäre Charakter. Sohn und Neffe arbeiten im Betrieb mit, viele Schüler, Studenten und weitere Mitarbeiter kehren Saison für Saison zurück. Rund 17.000 bis 18.000 Fahrten zählt die Familie inzwischen in den Monaten von Ostern bis Ende Oktober. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

2026 wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert – mit Mitarbeitern, Freunden, Hüpfburg und Bierwagen und ganz bewusst einmal ohne normalen Fahrbetrieb. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Und die nächste Generation? Der 24-jährige Sohn wird längst „Juniorchef“ genannt. Ob er den FöhrRing eines Tages übernimmt, darf die Zukunft zeigen.

Vielleicht schließt sich dann ein Kreis, der 2011 ganz beiläufig bei einer Tasse Kaffee begann. Aus der Frage „Warum nicht auf Föhr?“ ist längst ein Stück Föhrer Familiengeschichte geworden.