Keitum. In Keitum trifft derzeit Vergangenheit auf Gegenwart. Während im Sylt Museum Werke der Düsseldorfer Malerschule gezeigt werden, präsentiert Galeristin Cornelia Kamp im Hotel Benen-Diken-Hof junge und etablierte Künstler aus Düsseldorf – als spannenden Gegenpol zu den alten Meistern.

Im Mittelpunkt stehen Werke, die Geschichten erzählen. Mal humorvoll, mal rätselhaft, mal poetisch. Besonders auffällig sind die Arbeiten von Fabian Pfleger. Der 1991 in Bonn geborene Künstler studierte zunächst Philosophie, bevor er an die Kunstakademie Düsseldorf wechselte und diese 2021 als Meisterschüler verließ. Seine Bilder wirken wie kleine Theaterstücke. Oft inszeniert er sich selbst darin und erschafft skurrile Szenen voller Energie und Alltagsstress. Die Arbeiten lassen bewusst viel Raum für eigene Interpretationen.

Christoph Pöggeler, 1958 in Münster geboren, Meisterschüler von Alfonso Hüppi an der Kunstakademie Düsseldorf, beschäftigt sich intensiv mit Nachhaltigkeit. Er malt auf alten Tischplatten, Schrankrückwänden oder ausrangierten Holzstücken, die er häufig am Straßenrand findet. Die vorhandenen Maserungen werden Teil des Bildes und verwandeln sich in Horizonte, Wolken oder Landschaften. Gebrauchsspuren wie Kratzer oder Flecken bleiben sichtbar und geben den Werken eine besondere Lebendigkeit.

Sonja Kalb verarbeitet Eindrücke ihrer vielen Reisen in großformatigen Arbeiten. Die in Stuttgart geborene und heute in Düsseldorf lebende Künstlerin entwickelt aus vielen übereinanderliegenden Farbschichten abstrakte Landschaften voller Tiefe und Atmosphäre. Ein Bild, das auf den ersten Blick an Japan erinnert, entstand tatsächlich nach Eindrücken aus Island.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten von Kirsten Lampert, Dozentin an der Kunstakademie Düsseldorf. Ihre großformatigen Fischbilder entstanden inspiriert von der italienischen Sardinenbewegung gegen rechte Politik. Obwohl die Werke beinahe wie Druckgrafiken wirken, sind sie vollständig von Hand gemalt und zeigen eine beeindruckende Präzision.

Die Ausstellung lebt auch von der Erfahrung der Galeristin, die seit Jahrzehnten internationale Kunstausstellungen besucht und seit rund 30 Jahren mit dem Benen-Diken-Hof zusammenarbeitet. Heute berät sie vor allem Menschen bei der Auswahl passender Kunst für ihre Häuser und Wohnungen. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Juni 2026 täglich von 11 bis 18 Uhr im Benen-Diken-Hof zu sehen.