Alkersum liegt im Herzen der Insel Föhr und verbindet ländliche Gelassenheit mit kultureller Tiefe. Umgeben von offenen Marschlandschaften und reetgedeckten Häusern entfaltet der Ort eine stille, ursprüngliche Atmosphäre, die den Rhythmus der Insel spürbar macht.

Ein prägender Mittelpunkt ist das Museum Kunst der Westküste. Mit seinen wechselnden Ausstellungen und der klaren Architektur zieht es Kunstinteressierte weit über die Insel hinaus an. In direkter Verbindung dazu steht die Feering Stiftung, die das Haus trägt und kulturelle Impulse auf Föhr setzt.

Auch das traditionelle Grethjens Gasthof gehört zum Ortsbild. Als Treffpunkt verbindet es Geschichte und Gegenwart und ist fest im Dorfleben verankert.

Abseits dieser Orte prägen kleine Höfe, ruhige Wege und gewachsene Strukturen das Bild. Alkersum zeigt Föhr von seiner authentischen Seite – ruhig, weit und geprägt von Kultur, Landschaft und nordfriesischer Beständigkeit.

Aus: "111 Orte auf Föhr die man gesehen haben muss" von Sina Beerwald

64__Das Museum
Kunst der Westküste
Der Föhr-Maler im strömenden Regen

Das muss Liebe sein. Strömender Regen empfing den Maler Otto Heinrich Engel (1866–1949), Mitglied der Münchener Secession, als er im August 1901 zum ersten Mal auf Anraten seines Freundes Hans Peter Feddersen die Insel betrat. Er notiert: »Der Regen ging schon durch die Lodenmäntel, und die Sohlen meiner Stiefel lockerten sich, als wir Alkersum und Grethjens Gasthof (siehe Ort 30), der uns empfohlen worden war, betraten.« Eigentlich hatte er auf den Halligen Oland und Gröde malen wollen. Auch die Suche nach einem Modell gestaltete sich schwierig, die Gastwirtin Grethjen Hayen weigerte sich schlicht, ihre Tochter Mathilde malen zu lassen, weil sie schlechte Erfahrungen mit einem Maler gemacht hatte.

Nicht eben beste Voraussetzungen für eine große Liebe. Doch Föhr wurde seine Insel, er wurde ihr Maler. Über zehn Sommer in Folge besuchte Otto Heinrich Engel die Insel und malte, was ihm vor die Staffelei kam. Friesenstuben, ein Kinderfest, eine Trauerfeier, eine Nieblumer Allee. Auch Modelle fand er nun, Regina und Ella Olufs malte er in Tracht und resümierte: »Die Mädels standen recht gut, und die fürstliche Belohnung von je drei Mark fürs Stillestehen scheint ihnen Lust zu machen.«

Das Museum Kunst der Westküste beherbergt seit 2009 eine hochkarätige Kunstsammlung aus dem Zeitraum von 1830 bis 1930 rund um das Thema »Küste und Meer«. Der Fokus liegt auf Norwegen, Dänemark, Niederlande und Deutschland.

»Alles ist echt Föhr«, befand Otto Heinrich Engel nach zehn Jahren. An den Regen hatte er sich gewöhnt, und selbst die Möwen, die ihm auf sein Skizzenbuch und sogar aufs Essen »scheten«, sind ihm keine Aufregung wert. »Na, wenn das keinen Humor geben soll! Den zweiten Teller hat keiner der Luftschützen mehr getroffen … Ich habe bis halb zehn Uhr malen können.«