Morsum. Der Förderverein St. Martin zu Morsum hat eine liebgewonnene Tradition wiederbelebt: die Nachtwanderung am Morsum Kliff. Zahlreiche Teilnehmer erlebten einen stimmungsvollen Abend zwischen Natur, Geschichte und Gemeinschaft.

Nach einer kurzen Begrüßung vor der Kirche führte die Route bei frischen Temperaturen und klarem Himmel in Richtung Kliff. An mehreren Stationen gab es Einblicke in die Besonderheiten des grünen und roten Kliffs, ergänzt durch Erinnerungen aus früheren Zeiten.

Dazu gehörten Anekdoten wie das Eierwerfen von der Kliffkante ins Watt sowie die sogenannte „Todesbahn“, bei der sich Mutige im Winter auf Schlitten die Abbruchkante hinunterwagten – ein Relikt aus schneereicheren Jahren und einer anderen Zeit. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Auch die historische Bedeutung des Morsum Kliffs wurde thematisiert. Das Gebiet entstand vor rund 150.000 Jahren und zählt zu den ältesten Naturschutzgebieten Schleswig-Holsteins. Funde aus der Region, unter anderem von Flächen eines Morsumer Landwirts, sind heute im Heimatmuseum in Keitum zu sehen.

Beim Rückweg sorgten Feuerstellen am Martinshüs für eine besondere Atmosphäre. Mit Einbruch der Dunkelheit entstanden dort Begegnungen in geselliger Runde, begleitet vom Duft von Gegrilltem sowie Stockbrot und Marshmallows am offenen Feuer.

Die Teilnahme war kostenfrei, Spenden zugunsten des Fördervereins waren willkommen. Die erste Nachtwanderung der Saison wurde dem kürzlich verstorbenen Altpastor Jochim Hartung gewidmet, der diese Tradition einst ins Leben gerufen hatte.

Weitere Termine sind Pfingstmontag, 25. Mai 2026, sowie die Mittsommernacht am 21. Juni 2026, jeweils um 19 Uhr an der Kirche St. Martin zu Morsum.