In Wrixum wächst ein Projekt, das ein Wahrzeichen zurück ins Leben holt – als funktionierende Windmühle, Lernort und Treffpunkt.

Die Wrixumer Mühle gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Föhrs. Nun soll sie mehr sein als ein schönes Fotomotiv: Sie soll wieder mahlen. Hinter diesem Vorhaben stehen die Gemeinde Wrixum und die Mitglieder des Wrixumer Mühlenvereins e.V. – getragen von vielen ehrenamtlichen Helfern, großem Engagement und einem klaren Ziel: Technik, Geschichte und Gemeinschaft neu zu verbinden.

Voller Enthusiasmus engagieren sich Harald und Katharina Baumgart für die Wrixumer Mühle. Was mit einem Hauskauf in direkter Nachbarschaft begann, wurde schnell zur Leidenschaft. Heute lassen sich beide zu ehrenamtlichen Müllern ausbilden – ein entscheidender Schritt, denn der Betrieb einer Windmühle erfordert weit mehr als Interesse.

In Niedersachsen absolvieren sie eine mehrteilige Ausbildung mit starkem Praxisanteil. Dort lernen sie, wie eine Mühle sicher betrieben wird: Flügel einstellen, Bremsen kontrollieren, den Wind richtig nutzen. Schnell wird deutlich, wie anspruchsvoll dieses Handwerk ist. Besonders die Arbeit an den Mahlsteinen beeindruckt – bis zu 400 Kilogramm schwer, müssen sie regelmäßig geschärft und exakt geführt werden. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Für Föhr ist die Wrixumer Mühle von besonderer Bedeutung. Von den verbliebenen Holländermühlen der Insel ist sie die einzige, die wieder vollständig mahlfähig werden kann. Ziel ist es, ab 2027 regelmäßig Mehl zu produzieren – und die Mühle damit zurück in ihren ursprünglichen Zweck zu führen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Noch ist viel zu tun. Der Mühlenkopf dreht sich bereits, doch es wäre schön, wenn sich auch wieder die Flügel drehen. Im Inneren fehlt ein Großteil der Technik. Zahnräder sind vorhanden, die Mahlwerke müssen eingebaut und präzise abgestimmt werden. Schritt für Schritt entsteht so wieder ein funktionierendes System.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermittlung von Wissen – vor allem für Kinder. Denn wie aus Korn Mehl wird, ist heute kaum noch greifbar. In Wrixum soll das wieder erlebbar werden. Geplant sind Mitmach-Stationen mit historischen Mahltechniken – vom einfachen Reibstein bis zur komplexen Mühle. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Für das „Kindermüller-Diplom“ wurde eine Förderung durch Bingo! – Die Umweltlotterie beantragt und zur Freude aller Beteiligten genehmigt. Seit 1997 hat die Lotterie mehr als 226 Millionen Euro für über 22.000 Umwelt- und Entwicklungsprojekte bereitgestellt. Gefördert werden Vorhaben, die Natur, Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung stärken – so auch die Wiederbelebung der Wrixumer Mühle.

Ein Höhepunkt ist der Deutsche Mühlentag am Pfingstmontag, 25. Mai 2026. Dann verwandelt sich die Mühle in einen Erlebnisort – mit Führungen, Vorführungen und dem „Kindermüller-Diplom“, bei dem junge Besucher selbst aktiv werden. Lernen durch Ausprobieren steht im Mittelpunkt.

Langfristig soll die Mühle mehr sein als ein Denkmal. Sie entwickelt sich zu einem Ort der Begegnung – für Insulaner, Gäste und kommende Generationen. Ein Platz, an dem sich Geschichte dreht und Zukunft entsteht. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.