Sylt. Mit dem traditionellen Leitspruch „Gott zur Ehr’, dem nächsten zur Wehr“ eröffnete Ortswehrführer Christian Fröhlich am 27. Februar 2026 die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Westerland. Begrüßt wurden die Kameraden der eigenen Wehr sowie Vertreter der anderen Ortswehren, Ehrenwehrführer, Vertreter der Gemeinde, der Polizei und des DRK, Pastor Simon Ulrich sowie Bernd Felke und die Schüler des Abiturjahrganges, die die Bewirtung des Abends übernahmen. Der Feuerwehrmusikzug begleitete die Versammlung musikalisch.


Die Wehr zählt aktuell 110 Mitglieder. Davon gehören 58 der Einsatzabteilung an, 30 der Jugendfeuerwehr, 14 sind Ehrenmitglieder, acht engagieren sich in der Musikabteilung. In seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister überbrachte Carsten Kerkamm die Grüße der Gemeinde.


Das vergangene Jahr war geprägt von hoher Einsatzfrequenz und anspruchsvollen Lagen. Insgesamt rückte die Feuerwehr Westerland zu 254 Einsätzen aus. Zu Jahresbeginn forderten mehrere Unwetterlagen die Einsatzkräfte, im weiteren Verlauf folgten zahlreiche anspruchsvolle Brandeinsätze. Durch schnelles und entschlossenes Handeln konnte dabei mehrfach größerer Schaden verhindert werden.


Zu den besonders fordernden Einsätzen zählten ein Kellerbrand in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Elisabethstraße, bei dem 14 Personen über die Drehleiter in Sicherheit gebracht wurden, sowie ein Großbrand in einer Wohnung in der Neuen Straße. In dem Gebäude befindet sich im Erdgeschoss ein Ladengeschäft. Dort konnten zwei Menschen mittels Sprungpolster gerettet werden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 152 Personen aus Gefahrenlagen befreit.


Eine zentrale Rolle spielte dabei das Hubrettungsfahrzeug. Dieses Rettungsmittel zählt zu den wichtigsten Einsatzmitteln im Feuerwehrwesen. Es muss rund um die Uhr und ohne Einschränkungen verfügbar sein, da es nicht nur in Westerland, sondern inselweit eingesetzt wird.


Neben dem Einsatzgeschehen investierten die Kameraden, einschließlich der Jugendfeuerwehr, in Aus- und Fortbildung und nahmen an zahlreichen Lehrgängen teil. Ein weiteres zentrales Thema bleibt die Zukunft der Infrastruktur. Die Anschaffung neuer Fahrzeuge sowie der Bau einer neuen Feuerwache in der Innenstadt stehen weiterhin auf der Agenda. Die bestehende Wache entwickelt sich zunehmend zu einem insularen Dienstleistungszentrum und beschäftigt derzeit fünf Mitarbeitende.


Trotz der stabilen Mitgliederzahl sieht sich die Wehr vor personellen Herausforderungen. Die Jugendfeuerwehr mit 30 Mitgliedern unter der Leitung von Borge Kruse bildet eine wichtige Nachwuchsbasis. Dennoch werden weitere freiwillige Kräfte benötigt, um den Brandschutz mit dem erforderlichen Schutzziel auch künftig sicherzustellen. Neu in die Wehr aufgenommen wurde Dierk Vollmer. Ken Thomsen wurde zum stellvertretenden Gruppenführer der Löschgruppe 2 gewählt.


Im Rahmen der Versammlung wurden zahlreiche Ehrungen ausgesprochen. Für 20 Jahre Dienstzeit wurden Jens Niels Pörksen und Max Jäger ausgezeichnet, für 30 Jahre Marko Rechlin. Auf 40 Jahre blicken Michael Englisch und Christian Fröhlich zurück. 50 Jahre gehören Joachim Witte, Nils Strohmann und Volker Macht der Feuerwehr an. Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Manfred Sneikus, Rudolf Thaermann und Hauke Block geehrt.


In die Ehrenabteilung übernommen wurden Thomas Mißfeldt und Christian Söderberg. Das Brandschutzehrenabzeichen in Gold am Bande für 40 Jahre erhielt Christian Fröhlich. Mit dem Brandschutzehrenabzeichen in Gold Sonderstufe am Bande für 50 Jahre wurde Volker Macht ausgezeichnet. Die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein in Bronze ging an Silja Fröhlich sowie an Thorben Munk.


Auch Beförderungen standen auf der Tagesordnung. Nieke Kruse und Alexander Huesmann wurden zur Hauptfeuerwehrfrau** beziehungsweise zum Hauptfeuerwehrmann** ernannt, Inken Schmeling ebenfalls zur Hauptfeuerwehrfrau***. Jonas Schumbrutzki trägt künftig den Dienstgrad Löschmeister, Marko Rechlin wurde zum Oberbrandmeister befördert.


Die Versammlung machte deutlich, dass die Feuerwehr Westerland auf ein intensives Jahr zurückblickt, zugleich jedoch vor wichtigen strukturellen und personellen Aufgaben steht, um den Brandschutz auf der Insel langfristig zu sichern.