Sylt. Die Diskussion um die Zukunft der Schwimmangebote auf Sylt erhält durch neue Förderprogramme von Land und Bund zusätzliche Dynamik. Das Land Schleswig-Holstein stellt aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität 25 Millionen Euro für den Neubau und die Erweiterung von Schwimmsportstätten zur Verfügung. Kommunen können sich bis spätestens 30. April 2026 mit planungsreifen Projekten bewerben.
Gefördert werden Vorhaben, die insbesondere zusätzliche Wasserflächen für das Schulschwimmen und die Schwimmausbildung schaffen. Die beantragte Fördersumme muss mindestens vier Millionen Euro betragen. Eine Jury aus Vertretern des Innenministeriums, der Kommunalen Landesverbände und des Landessportverbandes soll voraussichtlich bis Juni über die Projekte entscheiden.
Parallel dazu hat der Bund für den Sommer ein weiteres Programm angekündigt. Bundesweit sollen 250 Millionen Euro für die Sanierung und den Umbau öffentlicher Schwimmbäder im Bereich Schwimmsport und Schwimmlernen bereitgestellt werden. Details zur Antragstellung werden in den kommenden Monaten erwartet.
Für Sylt entsteht damit eine konkrete Förderkulisse – verbunden mit einem engen Zeitfenster. Die seit Jahren geschlossene Schwimmhalle in List bleibt weiterhin politisch umstritten. Ursprünglich war vorgesehen, dass im Zuge der Entwicklung durch den Investor BIG BAU auch die Wiederherstellung der Schwimmhalle erfolgen sollte. Kritisch wird angemerkt, dass dieser Zusammenhang inzwischen kaum noch hervorgehoben werde.
Die Inselverwaltung verweist auf die laufende gesamtinsulare Sportstättenentwicklungsplanung. Das Sportstättenentwicklungskonzept stammt jedoch bereits aus dem Jahr 2014. In den vergangenen beiden Jahren lagen zudem konkrete Vorlagen zu Sporthallen sowie aktuell zu Schwimmangeboten vor. Aus Teilen der Politik wird daher betont, dass weniger neue Konzepte als vielmehr deren Umsetzung gefragt sei.
Mit Blick auf die Förderprogramme wächst nun der Erwartungsdruck. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, kurzfristig ein planungsreifes, belastbares Projekt vorzulegen und fristgerecht Fördermittel zu beantragen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Verwaltung in der Lage ist, die bestehenden Konzepte in konkrete Anträge zu überführen – oder ob Sylt eine weitere Förderchance ungenutzt verstreichen lässt.
Unstrittig bleibt: Schwimmen ist eine grundlegende Kompetenz und Voraussetzung für Sicherheit, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe. Gerade für Kinder und Jugendliche sind verlässliche Wasserflächen für das Schulschwimmen unerlässlich. Ob die aktuellen Förderprogramme tatsächlich genutzt werden, wird nun aufmerksam beobachtet.