Wrixum ist ein Dorf für leise Entdeckungen. Zwischen Friesenhäusern, Bauerngärten und schmalen Wegen öffnet sich ein Ort, der seine Schönheit nicht inszeniert, sondern gewachsen ist. Über allem dreht sich – oder soll sich wieder drehen – die Wrixumer Mühle. Sie ist mehr als ein Bauwerk. Sie ist das Herz des Dorfes.

Der „Große Erdholländer“, auch Wall- oder Kellerholländer genannt, prägt seit 1851 die Silhouette des Ortes. Nach einem Brand wurde die Mühle 1850 neu errichtet und nahm bald darauf ihren Betrieb wieder auf. Bis 1960 mahlten hier Korn und Getreide. Als die Flügel marode wurden, stellte man auf Motorbetrieb um. Doch die Zeiten änderten sich. Der Mühlenbetrieb verlor an Bedeutung, ein Futtermittelhandel blieb, später diente das Gebäude als Lager. Zwischenzeitlich entstand sogar ein Abendlokal – ein Kapitel, das zeigt, wie wandelbar Geschichte sein kann.

2016 entschied sich die Gemeinde Wrixum, das Wahrzeichen zu bewahren. Mit dem Kauf der Mühle begann ein neues Kapitel. Zeitgleich gründete sich der Wrixumer Mühlenverein, der sich seither mit Engagement und Sachverstand der Sanierung widmet. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Wer heute den oberen Bereich betritt, entdeckt noch viel Originales: Kornaufzüge, Mahlstein, mächtige Zahnräder. Technik vergangener Jahrhunderte, die darauf wartet, wieder in Bewegung zu geraten. Der Mühlenkopf wurde 2017 vollständig erneuert, das Dach mit Kupfer gedeckt, das Reetdach neu eingedeckt – Arbeiten, ausgeführt von Handwerkern der Insel. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Die alten Gatterflügel mussten nach einem Sturm abgenommen werden. Künftig sollen langlebige Jalousieflügel mit Stahlruten dem Wind wieder Kraft geben. Die Sanierung des Mahlwerks und der Räume im Erdgeschoss ist in Vorbereitung.

Die Vision ist klar: Die Mühle soll sich wieder drehen. Nicht nur als technisches Denkmal, sondern als sichtbares Zeichen dafür, wie sehr Wrixum mit seiner Geschichte verbunden ist. Ein Ort, an dem der Wind nicht nur durch die Flügel fährt, sondern durch Generationen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Wichtige Fakten

Erbaut: 1851

Mühlentyp: Galerieholländer

Standort: Wrixum, Insel Föhr, Schleswig-Holstein

Aktuelle Nutzung: Museum und technisches Denkmal

Betreiber: Verein „Mühlenverein Wrixum e.V.“

Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Geschichte

Die Wrixumer Mühle wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet, als der Getreideanbau auf Föhr noch eine zentrale Rolle spielte. Sie ersetzte eine ältere Bockwindmühle und blieb bis in die 1960er-Jahre in Betrieb. Nach Stilllegung drohte der Verfall, bevor sie durch lokale Initiativen restauriert und unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Architektur und Technik

Als Galerieholländer besitzt die Mühle einen gemauerten Unterbau mit umlaufender Galerie und eine hölzerne Kappe, die drehbar ist, um die Flügel in den Wind zu stellen. Die Flügelanlage und das Mahlwerk sind weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Das Bauwerk steht beispielhaft für nordfriesische Windmühlenarchitektur des 19. Jahrhunderts.