Am Samstag, den 21. Februar, wird entlang der nordfriesischen Küste wieder ein jahrhundertealter Brauch lebendig: Mit einer Biike vertreiben Insulaner – und zunehmend interessierte Gäste – gemeinsam den Winter. In vielen Ortschaften lodern an diesem Abend große Feuer, die weit sichtbar in den Himmel schlagen. Der Überlieferung nach dienten diese Feuer einst dazu, die Seefahrer zu verabschieden, die im Frühjahr hinaus auf die See gingen. Gleichzeitig sollten die Flammen böse Geister vertreiben und Schutz sowie Glück für die kommende Saison bringen. Bis heute ist das Biikebrennen ein starkes Symbol für Gemeinschaft, Tradition und Neubeginn.
Die Gemeinde Wenningstedt-Braderup mit seinen zwei Ortschaften hat gemeinsam mit Kampen eine Biike ganz in der Nähe der Sylt4Fun Halle. Als Zusammenschluss beginnt der Abend somit traditionell an unterschiedlichen Punkten. Einer davon ist das Wenningstedter Pastorat, gleich neben der Friesenkapelle. Ab 17:00 Uhr kann man sich gegen eine Spende dort mit Fackeln ausstatten und sich bei Glühwein oder Punsch auf den gemeinsamen Umzug, der pünktlich zum Glockenklang um 18:00 Uhr beginnt, Richtung Biikeplatz am Golfplatz einstimmen.
Auch aus den umliegenden Orten machen sich Gruppen gemeinsam auf den Weg zur Biike. Der Umzug aus Braderup startet um 17:45 Uhr. Schon ab 16:30 gibt es bei David an seinem Kaffee Kurve ebenfalls Fackeln sowie Glühwein gegen Spende. In Kampen trifft man sich um 18:00 Uhr am Gerätehaus der Feuerwehr. Gemeinsam gehts zum am Grün 16 gelegenen Biikeplatz wo nach Ansprachen auf Friesisch und Hochdeutsch schließlich der Biikehaufen entfacht wird – ein starker Moment, der jedes Jahr aufs Neue Gänsehaut erzeugt.
Doch die traditionellen Feierlichkeiten enden damit noch nicht. Am Tag nach der Biike, dem 22. Februar, ist Petritag. Einst wurden am Petritag Gesetze erlassen und Streitigkeiten geschlichtet. Mittlerweile steht das gemeinsame Feiern und Genießen im Vordergrund. So auch dieses Jahr. Denn beim Kinder-Petritanz im Saal am Kliff kommen die Lütten voll auf ihre Kosten. Vom Krippen- bis zum Grundschulalter können sie sich auf Tanz und Spaß freuen. Und ganz sicher auf den obligatorischen „Piddersdaigroschen“ der Eltern und Großeltern – für den gibt’s vor Ort Süßigkeiten und heiße Würstchen zur Stärkung. Da der Petritag dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, folgen genaue Infos zu den Zeiten ebenfalls. Unbenommen dessen, dass es ein stimmungsvoller Abschluss zu einem Wochenende wird, das Tradition und Lebensfreude auf besondere Weise verbindet.
Und so bleibt nur zu sagen: Tjen di Biiki ön!