Fockbek/Sylt. Es war eine Auswärtsfahrt unter denkbar schwierigen Vorzeichen: Mit einem Rumpfkader von gerade einmal acht Spielern trat der TSV Westerland am Samstag bei der HSG Fockbek/Nübbel/Alt Duvenstedt an. In der Männer-Kreisoberliga Nord glich dieses Unterfangen einer Herkulesaufgabe. Dass man sich am Ende mit 32:24 (17:10) geschlagen geben musste, war unter diesen Umständen fast schon nebensächlich – vielmehr beeindruckte die Moral der dezimierten Insulaner. Handball lebt von Dynamik und Wechseln, doch ohne Auswechselbank wurde das Parkett in Alt Duvenstedt für die Sylter zur unerbittlichen Belastungsprobe. Die Gastgeber nutzten ihre personelle Überlegenheit konsequent aus und erarbeiteten sich bereits zur Halbzeit einen komfortablen Vorsprung. Besonders den 13-fachen Torschützen Maximilian Pahl bekam die Westerländer Abwehr an diesem Tag nicht zu fassen. Bemerkenswert war jedoch die Disziplin, mit der der TSV dagegenhielt. Trotz der schwindenden Kräfte und der drohenden Offensivschwäche agierten die Sylter ruhig und konzentriert. Während die Heimmannschaft eine hocheinstiegsintensive Härte an den Tag legte, die sogar zu einer Disqualifikation führte, blieben die acht Westerländer fair und bissig. Ardian Canaj (9 Tore) und Johannes Biallas (7) führten den Angriff an, während die Abwehr im Vergleich zu anderen Teams der Liga eine enorme Stabilität bewies. Man spürte: Diese Mannschaft lässt sich nicht abschlachten, sie kämpft um jeden Zentimeter. Der Blick geht nun fest entschlossen nach vorn. Die achte Saisonniederlage ist bereits abgehakt, denn am 7. Februar wartet die Wiedergutmachung. In der heimischen Halle in Tinnum empfängt der TSV die SG Husum/Schobüll/Nordstrand. Mit der Rückkehr fehlender Stammkräfte und der gewaltigen Unterstützung der Sylter Fans im Rücken wird die Mannschaft ein ganz anderes Gesicht zeigen. Die „Festung Sylt-Ost“ wird bereit sein, die Punkte wieder auf die Insel zu holen.
Acht Sylter Kämpferherzen am Limit
TSV Handball - Auswärts unter denkbar schwierigen Vorzeichen
Geschrieben von Redaktion, Alex Lenz