Die frische Brise, die Kitesurfern den perfekten Tag beschert und Strandspaziergängern die Wangen rötet, hat eine dunkle Seite: Sie kann Ihr Zuhause zerstören. Was dramatisch klingt, ist an der Nordsee bittere Realität – wenn bei Fenstern und Türen am falschen Ende gespart wird.
Alexander Dupp, einer der führenden Sachverständigen mit Expertise auf Fenster & Türen, kennt die Schwachstellen genau: „Das Problem ist unsichtbar, bis es zu spät ist." Was er damit meint? Die meisten Hausbesitzer verlassen sich auf standardisierte Berechnungstools, die für Binnenland-Verhältnisse entwickelt wurden. An der Küste sind diese Werte jedoch oft Makulatur.
Die unterschätzte Gefahr: Wechselnde Drucksoglasten
Während im Landesinneren der Wind relativ gleichmäßig weht, erzeugt er an der Nordsee ein tückisches Wechselspiel: Auf der dem Wind zugewandten Seite baut sich Druck auf, auf der Rückseite entsteht Sog – und zwar mit Kräften, die weit über dem liegen, was Normen erfassen. „Die Windsogkräfte sind höher als die Winddruckkräfte", erklärt Dupp. „Viele Fenster halten diesem permanenten Hin und Her nicht stand."
Besonders tückisch: Schlagregen. Dabei trifft Wasser mit hoher Geschwindigkeit auf die Fassade – nicht von oben, sondern fast waagerecht. Die entscheidende Frage ist dann nicht mehr, ob ein Fenster dicht ist, sondern wie lange es dicht bleibt, wenn Wind und Wasser gleichzeitig angreifen.
Die Lage der Insel ist besonders anfällig
Deutschland ist in vier Windzonen eingeteilt – die Insel Sylt gehört zur Kategorie 4, der höchsten Belastungsstufe. Hinzu kommt die salzhaltige Luft, die Materialien zusätzlich angreift. „Ein Fenster, das in München einwandfrei funktioniert, kann hier nach wenigen Jahren undicht sein oder sich verziehen", warnt der Experte.
Dupp betont, dass neben der Windzone auch die Gebäudehöhe und die Position des Fensters im Gebäude entscheidend sind. Und obwohl Wind theoretisch aus allen Richtungen kommen kann, zeigt die Statistik: In Deutschland ist meist die Westseite eines Hauses am stärksten belastet – genau die Wetterseite, von der die meisten Stürme heranziehen.
Die Lösung: Fachplanung statt Standardlösung
Die gute Nachricht: Wer von Anfang an richtig plant, kann beruhigt schlafen – auch bei Windstärke 10. „Es geht nicht darum, dass Küstenhäuser unbezahlbar werden", stellt Dupp klar. „Es geht darum, die richtigen Materialien und die richtige Klassifizierung zu wählen." Fenster und Türen müssen den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden – eine pauschale Standardlösung gibt es nicht.
Wer auf die Expertise eines Sachverständigen setzt, investiert einmal richtig – statt später teuer nachzubessern. Denn wenn der erste Sturm durchs undichte Fenster pfeift, ist der Traum von der Nordsee-Immobilie schnell ausgeträumt.
Das Fazit des Experten:
„Ihre Traumimmobilie bleibt nur dann eine, wenn Sie die Naturgewalten von Anfang an ernst nehmen. Das richtige Material am richtigen Ort – dann hält Ihr Haus, was die Nordsee verspricht."