Sylt. Acht Tore, hitzige Emotionen und am Ende ein Polizeieinsatz: Das Sylter Nordderby zwischen Team Sylt und dem SC Norddörfer am Freitagabend, 30. Oktober, endete anders als erhofft. Beim Stand von 5:3 für Team Sylt wurde die Kreisliga-Partie im Sportzentrum Sylt-Ost abgebrochen. Ausschreitungen und das Verhalten am Spielfeldrand überschatteten die Begegnung.
Nach dem Spiel musste der Schiedsrichter die Polizei hinzuziehen, um die Personalien beteiligter Personen feststellen zu lassen.
Auf dem Platz Rivalen, außerhalb Freunde
Rot gegen Blau – Team Sylt gegen SC Norddörfer. Das Aufeinandertreffen zweier Sylter Mannschaften versprach einen besonderen Fußballabend. Viele Spieler kennen sich persönlich, die sportliche Rivalität gehört dazu.
Die Akteure betraten das Spielfeld als Freunde, kämpften während der Begegnung als Gegner und begegneten sich anschließend wieder freundschaftlich. Genau das sollte den Amateurfußball auszeichnen.
Sportlich bot die Partie reichlich Spannung. Team Sylt führte zur Halbzeit mit 2:1. Im weiteren Spielverlauf fielen fünf weitere Treffer, sodass es schließlich 5:3 für die Gastgeber stand.
Doch zu einem regulären Spielende kam es nicht.
Pyrotechnik, Beleidigungen und Unruhe am Spielfeldrand
Während auf dem Platz um jeden Ball gekämpft wurde, verschärfte sich die Atmosphäre außerhalb des Spielfelds.
Laute Anfeuerungsrufe gehören zu einem Derby. Doch Beleidigungen, gegenseitiges Anschreien und Spucken überschreiten die Grenzen sportlicher Rivalität. Entsprechende Vorfälle waren im Umfeld der Partie zu beobachten.
Hinzu kam der Einsatz von Pyrotechnik. Gerade auf einer Kunstrasenanlage ist damit ein erhebliches Sicherheitsrisiko verbunden.
Besonders bedenklich war, dass sich unter den Zuschauern auch Kinder und Jugendliche befanden, die das Geschehen unmittelbar miterlebten.
Fußball darf emotional sein. Doch niemand sollte auf einem Sportplatz beleidigt, bedroht oder gefährdet werden.
Schiedsrichter zieht nach Spielabbruch die Polizei hinzu
Für Schiedsrichter Anas Rebwar Jamal entwickelte sich das Nordderby zu einer schwierigen Aufgabe. Neben dem Spielgeschehen musste er sich mit einer zunehmend angespannten Situation am Spielfeldrand auseinandersetzen.
Wiederholt hielten sich Personen in Bereichen entlang der Seitenlinie auf, die für den geregelten Spielbetrieb freigehalten werden sollten.
Schließlich wurde die Begegnung beim Stand von 5:3 für Team Sylt abgebrochen.
Nach dem Spiel kam es zu einem Polizeieinsatz. Der Schiedsrichter sah sich veranlasst, die Polizei hinzuzuziehen, damit die Personalien beteiligter Personen festgestellt werden konnten.
Dieser Schritt verdeutlicht, wie weit die Situation über die üblichen Emotionen eines Fußballspiels hinausgegangen war.
Ob sich aus dem Einsatz weitere polizeiliche Maßnahmen oder Ermittlungen ergeben, ist derzeit nicht bekannt.
Kreisgericht muss über die Wertung entscheiden
Mit dem Spielabbruch ist auch das sportliche Ergebnis zunächst offen. Der Spielstand von 5:3 ist keine bestätigte endgültige Wertung.
Für die weitere Behandlung der Begegnung ist grundsätzlich das Kreisgericht des Kreisfußballverbandes Nordfriesland zuständig.
Entscheidend wird sein, welche Umstände zum Abbruch geführt haben und ob die Verantwortung einem der beteiligten Vereine zugerechnet werden kann.
Grundlage der sportgerichtlichen Prüfung können der Schiedsrichterbericht, Zeugenaussagen und gegebenenfalls weitere Beweismittel sein.
Je nach Feststellungen kommen eine Wiederholung oder eine sportgerichtliche Wertung infrage. Eine automatische Entscheidung allein aufgrund des Spielabbruchs gibt es nicht.
Leidenschaft braucht klare Grenzen
Das Sylter Nordderby hätte vor allem wegen seiner acht Tore und der sportlichen Rivalität in Erinnerung bleiben können. Stattdessen stehen nun der Spielabbruch und der anschließende Polizeieinsatz im Mittelpunkt.
Dabei geht es nicht darum, leidenschaftliche Fans zum Schweigen zu bringen. Fußball lebt von Emotionen, Begeisterung und Vereinsverbundenheit.
Doch gerade Erwachsene, Vereinsmitglieder und Angehörige tragen Verantwortung dafür, dass Kinder und Jugendliche auf den Sportplätzen einen respektvollen Umgang erleben.
Auf dem Platz Gegner, nach dem Spiel Freunde – dieser Grundsatz muss auch außerhalb der Seitenlinien gelten.