Eine friesische Silvestertradition mit jeder Menge Spaß, Musik und einer guten Portion Schabernack Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Wer am Silvestertag auf Sylt unterwegs ist, sollte sich nicht wundern, wenn plötzlich kleine Gespenster, lustige Gestalten oder andere fantasievoll verkleidete Besucher vor der Haustür stehen. Es ist Rummelpott-Zeit! Ein alter friesischer Brauch, bei dem gesungen, gereimt, gelacht und manchmal auch ordentlich gerätselt wird.

Tagsüber sind die Kinder an der Reihe. In bunten Kostümen ziehen sie in kleinen Gruppen von Haus zu Haus, tragen Lieder oder Gedichte vor und freuen sich als Belohnung über Süßigkeiten. Ein bisschen wie Halloween, nur eben auf friesische Art und mitten im Winter.

Am Abend übernehmen die Erwachsenen das Kommando. Dann geht es „unter Maske“ durch die Dörfer – und zwar möglichst so verkleidet, dass selbst gute Freunde oder Nachbarn zweimal hinschauen müssen. Hinter den Haustüren warten oft kleine Silvestergesellschaften, die mit lustigen Liedern, frechen Versen und augenzwinkernden Geschichten über die Ereignisse des vergangenen Jahres unterhalten werden. Anschließend beginnt das große Rätselraten: Wer steckt bloß hinter der Maske? Wird die Identität nicht gelüftet, gibt es traditionell ein kleines Getränk zur Belohnung. Und meistens auch dann, wenn die Verkleidung doch nicht ganz so perfekt war.

Besonders in Morsum und Keitum ist der Rummelpottbrauch noch bekannt, auch wenn die Tradition längst nicht mehr so verbreitet ist wie früher. Umso schöner, wenn am Silvesterabend wieder verkleidete Gruppen durch die Straßen ziehen und ein Stück friesische Lebensart lebendig halten.

Also Augen und Ohren offen halten! Vielleicht klopft es ja auch an Ihrer Tür – und dahinter steckt jemand, den Sie eigentlich bestens kennen.

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