Advent. Allein das Wort klingt schon nach Gemütlichkeit. Kerzenschein, heißer Tee, der Duft frisch gebackener Plätzchen und vielleicht der erste Glühwein. Draußen wird es früh dunkel, drinnen machen wir es uns gemütlich. Endlich beginnt die Zeit, in der die Uhren ein wenig langsamer ticken und wir zur Ruhe kommen. Zumindest nehmen wir uns das jedes Jahr aufs Neue vor.

Doch kaum brennt die erste Kerze, ist es mit der Besinnlichkeit oft schon wieder vorbei. Die Weihnachtsmärkte öffnen, in Schulen und Kindergärten wird fleißig gebastelt, gebacken und gesungen. Dazu gesellen sich Weihnachtsfeiern mit Kollegen, im Verein und in der Familie. Und weil der Dezember bekanntlich viel zu wenige Tage hat, findet natürlich alles möglichst gleichzeitig statt.

Ganz nebenbei wollen Geschenke besorgt, Weihnachtskarten geschrieben und Plätzchen gebacken werden. Der Weihnachtsbaum fehlt auch noch und plötzlich ist der Terminkalender voller als im Hochsommer. Je näher das Fest rückt, desto größer wird die Hektik. Aus der stillen Adventszeit wird ein Wettlauf gegen die Uhr. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Dabei wünschen wir uns doch eigentlich nur ein bisschen Ruhe, Zeit füreinander und einen gemütlichen Abend ohne Verpflichtungen. Vielleicht sollten wir uns genau diese Zeit einfach nehmen. Nicht jede Einladung annehmen, nicht alles perfekt machen und auch mal fünfe gerade sein lassen.

Denn Weihnachten wird nicht schöner, nur weil wir vorher alles geschafft haben. Manchmal reicht es schon, die Kerzen anzuzünden, sich zurückzulehnen und den Advent einfach Advent sein zu lassen.

Herzlichst, Maike Sieglinski. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.