… der November ist ja so ein Monat für sich. Nicht mehr richtig Herbst, aber auch noch kein Winter. Die Tage werden kürzer, der Wind pfeift um die Häuser und spätestens am Nachmittag wird es draußen ungemütlich dunkel. Auf Sylt kehrt langsam Ruhe ein. Die Strandkörbe sind verschwunden, die Badegäste werden weniger und auf den Straßen trifft man wieder mehr bekannte Gesichter. Eigentlich die perfekte Zeit, um es sich zu Hause gemütlich zu machen, die Kerzen anzuzünden und einfach mal einen Gang herunterzuschalten.
Eigentlich. Denn ein Blick in den Veranstaltungskalender verrät etwas anderes. Hier ein Laternenumzug, dort ein Konzert, eine Lesung oder schon der erste Weihnachtsmarkt. Die Adventszeit wirft längst ihre Schatten voraus, obwohl der November gerade erst begonnen hat. In den Geschäften glitzern bereits die Weihnachtskugeln, die ersten Lichterketten hängen und Lebkuchen gibt es sowieso schon seit Wochen. Manchmal fragt man sich, ob das Jahr nicht immer schneller vergeht.
Dabei hat der November auch seine stillen Seiten. Mit dem Volkstrauertag und dem Totensonntag stehen zwei Tage im Kalender, die zum Innehalten einladen. Tage, an denen wir an Menschen denken, die nicht mehr bei uns sind, und uns bewusst wird, wie kostbar die gemeinsame Zeit ist. Vielleicht tut es gerade in unserer schnelllebigen Welt gut, diesen Momenten ihren Platz zu lassen.
Und dann ist da natürlich die Frage: Sind wir eigentlich schon bereit für Weihnachten? Gefühlt haben wir doch gerade erst den Sommer verabschiedet. Nun sollen schon wieder Wunschzettel geschrieben, Geschenke besorgt und die ersten Plätzchen gebacken werden? Andererseits ist die Vorfreude ja auch etwas Schönes. Der erste Glühwein, der Duft von gebrannten Mandeln, ein gemütlicher Bummel über den Weihnachtsmarkt und die Aussicht auf ein paar gemeinsame Stunden mit Familie und Freunden.
Vielleicht müssen wir uns auch gar nicht entscheiden zwischen Novemberruhe und Weihnachtsvorfreude. Beides darf seinen Platz haben. Ein stiller Spaziergang am menschenleeren Strand genauso wie ein fröhlicher Abend mit Freunden. Ein gemütlicher Sonntag auf dem Sofa ebenso wie ein Besuch auf einem der vielen Märkte.
Und wenn am Ende doch wieder mehr Termine im Kalender stehen als geplant, sollten wir eines nicht vergessen: Die schönste Zeit ist manchmal die, in der einfach mal nichts ansteht.
In diesem Sinne: Genießen Sie den November, lassen Sie sich nicht von der vorweihnachtlichen Hektik anstecken und freuen Sie sich auf all das Schöne, was die kommenden Wochen auf unserer Insel bereithalten.