Morsum. Trotz Ankündigungen der Gemeindevertreter, sich auch für die Erstellung von Dauerwohnraum in Morsum einzusetzen, ist auf der 2014 dafür gekauften Claßen-Wiese immer noch nichts passiert. Und ein älteres Morsumer Ehepaar, das im letzten Jahr aus Altersgründen ihre im Haus genehmigte Ferienwohnung an Dauermieter vermietet hatte, musste diese wieder kündigen, da das unzulässig sei. Geraten wurde ihnen, einen neuen Bauantrag für ihr Haus zu stellen. Da ein solcher für ein in den sechziger Jahren erstelltes Haus Investitionen von beinahe 100.000,- € erforderlich macht, wird wahrscheinlich die Wohnung unbewohnt bleiben. Vor kurzem lehnte die Gemeinde sogar die Erstellung eines Hauses mit zwei Dauerwohnungen ab, obwohl diese nach dem vom Bund beschlossenen Bauturbo hätte erstellt werden können. Begründung der Gemeinde: Sie hätte sich noch nicht abschließend mit dem vom Bund beschlossenen Bauturbo befasst. Es scheint, dass eine mögliche und schnellere Genehmigung zur Erstellung von Dauerwohnraum in Morsum nicht im Sinne der Gemeinde ist. Ohne Ankauf eines Grundstückes, ohne Erstellungskosten und auch ohne spätere Mietzuschüsse der Gemeinde hätte in Morsum Dauerwohnraum entstehen können, wenn die Gemeinde es nur gewollt hätte.

Durch die 2012 innerörtlich 11 aufgestellten Ortsschilder kann auf den vielen nur 3 Meter breiten Morsumer Straßen bis 100 km/h gefahren werden. Die 11 Ortsschilder sollen Anfang und Ende der bebauten Ortslagen anzeigen, damit dort nur bis 50 km/h gefahren werden darf. Ein Antrag des Ortsbeirates, wegen des möglichen schnellen Fahrens auf den meisten Straßen ganz Morsum zu einer 30-km/h-Zone zu machen, wurde abgelehnt. Da die bebauten Ortslagen nun aber 30-km/h-Zonen geworden sind, könnten die innerörtlichen Ortsschilder doch entfernt werden. Dann dürfte auf allen Morsumer Straßen, außer den 30-km/h-Zonen, wieder nur bis 50 km/h gefahren werden. Die Fußgänger, aber noch mehr die Radfahrer, würden das begrüßen, denn sie müssen wegen der schnellen Autos auf den schmalen Straßen oft auf die Bankette ausweichen. Da sie aber fahrend nicht wieder auf die Straße kommen (Höhenunterschied Bankette zur Straße), heißt es entweder absteigen oder aber stürzend im Graben zu landen.

Auch nicht zu begreifen ist die Entfernung der Parkbucht an den Schranken am Bahnhof. Diese zwei Kurzzeitparkplätze wurden 2007 gerade für Ältere und Bürger mit Beeinträchtigungen, da sie die Brücke am Bahnhof nicht nutzen können, erstellt. Entfernt wurden sie, da ihnen nach Einbau der Halbschranken und damit verbundener Straßenverbreiterung einige Zentimeter an vorgeschriebener Breite fehlten. Da die Parkbuchten an der Straße Bi Miiren eine Breite von 2,20 Meter hat, der Abstand von der verbreiterten Straße an den Schranken bis zur neu angepflanzten Buschhecke an der ehemaligen Parkbucht zwei Meter beträgt, hätte es bestimmt auch eine andere Lösung als die Entfernung der Parkbucht gegeben.

Wenn gewollt, hätte auch eine andere gefährliche Sache schnell entschärft werden können. Es geht um die zu schmale Einfahrt zum Parkplatz am Muasem Hüs. Da sich zwei Autos dort nicht begegnen können, muss oft ein Auto entweder auf den Parkplatz oder, was aber noch schlimmer ist, auf die viel befahrene Straße Bi Miiren zurücksetzen. Es verwundert, auch wenn außer dem Abfahren von Autospiegeln noch nichts passiert ist, dass eine Verbreiterung, da sie vom Platz her und auch ohne großen finanziellen Aufwand möglich wäre, so viele Schwierigkeiten macht. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Ebenso nicht zu begreifen ist, dass das bisher direkt am Innendeich an der Morsumer Badestelle aufgestellte Dixiklo nun ca. 200 Meter landeinwärts auf dem neuen Parkplatz am Katrevel steht. Da nach meiner monatelangen Auflistung auf dem dort neu erstellten Parkplatz im Schnitt nicht einmal ein Auto in der Woche steht, wird die Nutzung der Toilette ähnlich sein. Die Bitte, wegen der vielen am Deich fahrenden Radfahrer und der sich am Badestrand aufhaltenden Morsumer und Gäste, das Dixiklo wieder direkt am Innendeich auf dem dafür extra erstellten Podest aufzustellen, wird auch nicht als notwendig empfunden. Es hieß, die 200 Meter sind doch wohl jedem zuzumuten.

Man darf gespannt sein, wie lange die Morsumer die Nichtbeachtung ihrer Probleme und auch ihrer Verbesserungsvorschläge, da viele davon nicht einmal viel Geld kosten würden, so hinnehmen. Wo aber Frust und Unzufriedenheit hinführen können, haben uns die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern doch wohl deutlich genug gezeigt. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Alfred Bartling, Morsum Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.