List/Suva. Jahrzehntelang gehörte sie zum vertrauten Bild im Lister Hafen, brachte Urlauber, Insulaner und Fahrzeuge über das Wattenmeer und verband Sylt mit der dänischen Nachbarinsel Rømø. Nun hat die ehemalige Sylt-Fähre „Westerland“ ihre letzte Reise angetreten – Tausende Kilometer von ihrer ursprünglichen Heimat entfernt. Nach Berichten aus Fidschi wurde das Schiff am Dienstag, 6. Oktober 2026, vor den Inseln im Südpazifik kontrolliert versenkt. Damit endet die bewegte Geschichte einer Fähre, an die sich auf Sylt noch viele Menschen erinnern dürften.

Von der Husumer Werft auf die Strecke zwischen Sylt und Rømø

Die Geschichte der „Westerland“ begann vor mehr als einem halben Jahrhundert in Nordfriesland. Auf der Husumer Schiffswerft gebaut, lief sie am 12. Dezember 1970 vom Stapel. Im März 1971 nahm sie ihren Dienst auf der Fährverbindung zwischen List auf Sylt und Havneby auf Rømø auf.

Bis 1982 beförderte das Schiff Fahrgäste und Fahrzeuge zwischen den beiden Inseln. Für viele Urlauber war die Überfahrt der Beginn oder Abschluss ihrer Ferien, für andere gehörte sie zum Alltag.

Anschließend wurde die Fähre auf anderen Strecken eingesetzt. Unter anderem war sie zwischen Kappeln und Sønderborg als Ausflugsschiff für sogenannte Butterfahrten unterwegs.

Doch ihre Verbindung zu Sylt war noch nicht beendet: 1991 kehrte die „Westerland“ auf die Route zwischen List und Havneby zurück. Weitere 14 Jahre blieb sie dort im Einsatz, bis sie 2005 durch die modernere „SyltExpress“ ersetzt wurde.

Eine außergewöhnliche Reise bis in den Südpazifik

Während damit für viele Schiffe das Ende ihrer Laufbahn erreicht gewesen wäre, begann für die „Westerland“ ein neues Kapitel. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Im Jahr 2006 wurde sie an eine Reederei auf den Fidschi-Inseln verkauft. Für die Überführung musste die ehemalige Wattenmeerfähre eine außergewöhnlich lange Seereise bewältigen.

Die Route führte über die Kapverdischen Inseln, durch den Panamakanal und vorbei an Tahiti bis in den Südpazifik. Im Januar 2007 erreichte sie schließlich die Fidschi-Inseln.

Bemerkenswert: Das Schiff behielt auch in seiner neuen Heimat den Namen „Westerland“. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Dort transportierte es über viele weitere Jahre Menschen und Fahrzeuge zwischen den Inseln. Erst 2021 wurde die Fähre endgültig außer Dienst gestellt. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Nach Jahren des Stillstands kontrolliert versenkt

Letzte Reise einer ehemaligen Sylt-Fähre: Am 6. Oktober 2026 wurde die „Westerland“ vor den Fidschi-Inseln aufs offene Meer geschleppt und kontrolliert versenkt. Mehr als 55 Jahre nach ihrem Stapellauf fand das einst zwischen List und Rømø eingesetzte Schiff damit sein endgültiges Ende.Teilweise AI-modifiziertFoto: The Fiji Times
Letzte Reise einer ehemaligen Sylt-Fähre: Am 6. Oktober 2026 wurde die „Westerland“ vor den Fidschi-Inseln aufs offene Meer geschleppt und kontrolliert versenkt. Mehr als 55 Jahre nach ihrem Stapellauf fand das einst zwischen List und Rømø eingesetzte Schiff damit sein endgültiges Ende.
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Ihre letzten Jahre verbrachte die „Westerland“ nach den vorliegenden Berichten aufgelegt bei Mosquito Island in der Lami Bay nahe der fidschianischen Hauptstadt Suva.

Am 6. Oktober 2026 wurde die ehemalige Sylt-Fähre schließlich aufs offene Meer geschleppt und kontrolliert versenkt.

Die Maßnahme steht demnach im Zusammenhang mit Bemühungen der zuständigen Behörden, seit Jahren aufgegebene Schiffe aus den Küsten- und Hafenbereichen rund um Suva zu entfernen.

Vor der Versenkung soll das Schiff von Treibstoff, Öl und weiteren Abfällen befreit worden sein. Nach den Berichten erfolgte die Maßnahme nach Umweltprüfungen an einer dafür genehmigten Stelle. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Dass die „Westerland“ gezielt als künstliches Riff versenkt wurde, geht aus den bislang vorliegenden Angaben nicht hervor.

Erinnerungen an eine Fähre, die zu Sylt gehörte

Für Sylt endet damit ein kleines Kapitel der maritimen Inselgeschichte. Die „Westerland“ war nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern über viele Jahre ein vertrauter Anblick auf der Verbindung nach Dänemark.

Ob als Urlauber auf dem Weg zur Insel oder als Sylter bei einem Ausflug nach Rømø: Zahlreiche Menschen dürften persönliche Erinnerungen an die Überfahrten mit dem Schiff verbinden.

Dass die ehemalige Sylt-Fähre nach ihrem Einsatz im Wattenmeer noch bis in den Südpazifik gelangte und dort viele Jahre weiterfuhr, macht ihre Geschichte besonders.

Mehr als 55 Jahre nach ihrem Stapellauf liegt die „Westerland“ nun auf dem Meeresgrund vor Fidschi. Ihr Name aber bleibt mit Sylt verbunden. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.