Hörnum. Die grundsätzliche Zukunft des Hörnumer Hafens wird in der Gemeindevertretung offenbar weniger kontrovers gesehen als die Frage, wie diese Zukunft aussehen soll. Nachdem das Hafenentwicklungskonzept am 29. September 2026 mit 6:3 Stimmen beschlossen wurde, erläutert die CDU Hörnum nun ausführlich, warum sie zu den drei Gegenstimmen gehörte. Den weiteren Prozess zur möglichen Übernahme des Hafens hatte die Gemeindevertretung dagegen zuvor einstimmig mit 9:0 Stimmen unterstützt.

Damit macht die CDU deutlich: Sie stellt sich nach eigener Darstellung nicht grundsätzlich gegen eine Übernahme oder Weiterentwicklung des Hafens. Ihre Kritik richtet sich gegen das derzeit vorliegende Entwicklungskonzept, die langfristigen finanziellen Risiken für die kleine Gemeinde und aus ihrer Sicht fehlende zusätzliche Entwicklungschancen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

„Wir sind nicht gegen die zukünftige Entwicklung des Hörnumer Hafens“, fasst die Fraktion ihre Position zusammen. Sie lehne aber ein Konzept ab, bei dem die Gemeinde erhebliche finanzielle und langfristige Verantwortung übernehme, ohne dass aus ihrer Sicht ein ausreichender zusätzlicher Nutzen für Hörnum erkennbar sei.

Sorge um die langfristige finanzielle Belastung

Im Mittelpunkt der Kritik stehen die Kosten. Das derzeitige Sanierungsvolumen wird mit rund 57,5 Millionen Euro netto beziffert. Für die eigentliche Hafensanierung ist nach den derzeit bekannten Vereinbarungen eine Beteiligung des Bundes mit 25 Millionen Euro, des Landes mit 20 Millionen Euro und der Gemeinde mit fünf Millionen Euro vorgesehen.

Die CDU betrachtet allerdings nicht nur diesen unmittelbaren kommunalen Anteil. Nach ihrer Rechnung könnten im Zusammenhang mit der Übernahme, der Finanzierung und einem vorgesehenen Empfangsgebäude insgesamt rund 14 Millionen Euro auf Gemeindeebene relevant werden. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Gerade vor dem Hintergrund der Haushaltslage Hörnums sei eine solche Größenordnung aus Sicht der Fraktion besonders sorgfältig abzuwägen. Denn mit einer Übernahme gehe es nicht allein um die jetzige Sanierung. Die Gemeinde würde langfristig auch Verantwortung für Betrieb, Unterhaltung, Reparaturen und spätere Investitionen übernehmen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Genau darin sieht die CDU eines der wesentlichen Risiken: Ein Hafen müsse auch langfristig genügend finanzielle Spielräume erwirtschaften, um zukünftige Aufwendungen auffangen zu können.

CDU hätte sich insulare Lösung gewünscht

Die Fraktion verweist zugleich auf einen Ansatz, den sie nach eigenen Angaben bereits früh in die Diskussion eingebracht habe: die stärkere Einbeziehung der gesamten Inselgemeinschaft. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Der Hörnumer Hafen habe nicht nur für Hörnum Bedeutung, sondern erfülle Funktionen für die gesamte Insel. Deshalb hätte die CDU nach eigener Darstellung gerne ernsthafter geprüft, ob Verantwortung und Trägerschaft auf eine breitere insulare Basis gestellt werden könnten.

Dieser Ansatz sei nach Auffassung der Fraktion bislang nicht ausreichend weiterverfolgt worden.

Kritik äußert die CDU auch am bisherigen Entstehungsprozess des Hafenentwicklungskonzeptes. Die Gemeindevertretung hätte aus ihrer Sicht früher und intensiver an dessen Erarbeitung beteiligt werden müssen. Die bisherigen Workshops seien von der Fraktion eher als Vorstellung bereits entwickelter Ideen wahrgenommen worden und weniger als gemeinsame Erarbeitung des Konzeptes. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

„Für diese Investition erwarten wir mehr“

Ein weiterer Streitpunkt ist die Frage, was Hörnum durch die Investition langfristig gewinnt. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Das beschlossene Hafenentwicklungskonzept soll als strategische Grundlage für die weitere Vorbereitung von Übernahme, Modernisierung, Entwicklung und späterem wirtschaftlichen Betrieb dienen. Dabei sollen unter anderem maritime Kernnutzungen gesichert sowie Fischerei, Wassersport und touristische Bereiche berücksichtigt werden. Zugleich sind noch zahlreiche rechtliche, finanzielle und organisatorische Fragen offen.

Der CDU geht die vorgesehene Entwicklung dennoch nicht weit genug. Insbesondere das geplante Verschließen der sogenannten Wellenkammern durch Spundwände bewertet die Fraktion kritisch. Für eine Investition dieser Größenordnung hätte sie sich stärkere touristische und wirtschaftliche Entwicklungsimpulse gewünscht.

Nach ihren Vorstellungen sollte geprüft werden, ob gewerbliche Nutzflächen teilweise reduziert und zusätzliche Flächen für touristische Angebote geschaffen werden könnten. Ziel müsse ein Hafen sein, der nicht nur technisch saniert werde, sondern zu einem stärkeren Anziehungspunkt für den Ort werde.

Die Fraktion bringt ihre Kritik deutlich auf den Punkt: „58 Millionen Euro Sanierungsvolumen, davon rund 14 Millionen Euro im Zusammenhang mit Übernahme und Empfangsgebäude für Hörnum und am Ende vor allem Spundwände, Pflaster und eine Bestandssanierung. Das reicht uns nicht.“

Die genannten rund 14 Millionen Euro entsprechen dabei der finanziellen Betrachtung der CDU und gehen über den öffentlich genannten kommunalen Anteil von fünf Millionen Euro an der eigentlichen Hafensanierung hinaus.

Neuer Workshop am 22. Oktober

Die Diskussion ist mit der Abstimmung vom 29. September damit keineswegs beendet. Nach Angaben der CDU soll am 22. Oktober 2026 ein interner Workshop stattfinden, den die Fraktion nach eigener Darstellung mit angestoßen hat.

Dort dürfte es erneut um die Ausgestaltung, Finanzierung und langfristige Perspektive des Hafens gehen.

Denn auch wenn die politischen Bewertungen des vorliegenden Konzeptes auseinandergehen, ist ein Punkt bereits entschieden: Der Prozess zur möglichen Übernahme wird fortgesetzt. Mit dem Beschluss ist der Hafen allerdings noch nicht endgültig übernommen. Zahlreiche rechtliche, vertragliche, förderrechtliche und finanzielle Fragen müssen im weiteren Verfahren geklärt werden.

Für die CDU bleibt deshalb entscheidend, dass vor einer langfristigen Bindung der Gemeinde nicht nur die Sanierung des Hafens betrachtet wird. „Bei einem Projekt dieser Größenordnung müssen Transparenz, langfristige Finanzierbarkeit und ein echter Mehrwert für Hörnum an erster Stelle stehen“, erklärt die Fraktion. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.