Westerland. Zehn Tage Windsurfsport am Brandenburger Strand sind vorbei: Mit einer großen Siegerehrung und einer vollen Promenade ist am Sonntag, 4. Oktober 2026, der Citroën Windsurf World Cup Sylt zu Ende gegangen. Aus deutscher Sicht gab es gleich doppelt Grund zum Feiern: Lennart Neubauer krönte sich zum Freestyle-Weltmeister, Fabian Wolf erreichte mit Platz zwei im Foil Slalom den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere.
Bei strahlendem Sonnenschein wurden die jeweils drei Besten im Slalom und Freestyle auf der Bühne geehrt. Nach Angaben der Veranstalter besuchten während der zehn Veranstaltungstage erneut mehr als 200.000 Menschen den World Cup und die mehr als 500 Meter lange Veranstaltungsmeile an der Westerländer Promenade.
Lennart Neubauer ist wieder Weltmeister
Der größte deutsche Erfolg gehörte Lennart Neubauer. Der 22-Jährige gewann nicht nur die Freestyle-Wertung auf Sylt, sondern sicherte sich damit zugleich zum zweiten Mal den Weltmeistertitel.
Bereits am Mittwoch hatte Neubauer die Single Elimination vor Dieter Van Der Eyken aus Belgien und Takumi Moriya aus Japan gewonnen. Die geplante Double Elimination konnte am Samstag wegen nicht ausreichender Bedingungen nicht mehr ausgetragen werden.
Damit beendete Neubauer die Freestyle-Saison ungeschlagen. Bereits beim anderen World-Cup-Stopp auf Fuerteventura hatte er gewonnen.
Für Neubauer schließt sich damit zugleich ein Kreis: 2024 war er bereits Weltmeister geworden, im vergangenen Jahr hatte Yentel Caers aus Belgien ihm den Titel auf Sylt noch abgenommen. 2026 steht der in Bremen geborene und auf Naxos aufgewachsene Windsurfer wieder ganz oben.
„Als ich zehn war, habe ich mir das erste Mal gesagt, mein Ziel ist es, Weltmeister zu werden“, sagte Neubauer nach der Entscheidung. Dass nun bereits sein zweiter WM-Titel feststeht, sei für ihn „unfassbar“.
Vizeweltmeister wurde der Schweizer Balz Müller, Rang drei ging an Yentel Caers.
Fabian Wolf verpasst Gesamtsieg erst im letzten Rennen
Auch Fabian Wolf gehörte zu den großen deutschen Gewinnern des World Cups. Der 28-jährige Kieler beendete den Foil Slalom auf Rang zwei und feierte damit den bislang größten Erfolg seiner Karriere.
Dabei war sogar der Gesamtsieg zum Greifen nah.
Wolf ging nach drei Siegen aus sieben Rennen als Führender in die letzte Entscheidung. Bis dahin hatte er jedes Finale erreicht und ausschließlich Platzierungen unter den besten Vier eingefahren.
Ausgerechnet im Halbfinale des achten und letzten Rennens kam dann das Aus. Teamkollege Nico Prien stürzte nach einem Fahrfehler unmittelbar vor Wolf. Der Kieler konnte nicht mehr ausweichen und musste abspringen.
Der fünfmalige Weltmeister Matteo Iachino aus Italien nutzte die Gelegenheit. Ein dritter Platz im Finale genügte ihm, um Wolf noch von der Spitze zu verdrängen und den World Cup zu gewinnen.
Wolf wurde Zweiter, Amado Vrieswijk aus Bonaire belegte Rang drei.
Nach der ersten Enttäuschung dürfte bei Wolf vor allem der Stolz bleiben: Drei Rennsiege und der Kampf um den Gesamtsieg bis zur allerletzten Entscheidung machten Sylt zum erfolgreichsten World Cup seiner bisherigen Karriere.
Ausgerechnet die Wave-Elite muss zuschauen
Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Die Wave-Wettbewerbe konnten während der gesamten zehn Veranstaltungstage nicht ausgetragen werden.
Das war besonders bitter, weil die deutschen Windsurfer mit einer hervorragenden Ausgangslage nach Sylt gekommen waren. Lina Erpenstein und Maria Behrens reisten als Nummer eins und zwei der Weltrangliste an. Bei den Männern lag der sechsmalige Weltmeister Philip Köster auf Rang zwei und damit ebenfalls aussichtsreich im Titelrennen.
Doch der Wind spielte nicht mit. Nach Angaben der Veranstalter gab es während des World Cups zu keinem Zeitpunkt ausreichende Bedingungen, um die Wave-Disziplin zu starten.
Für die deutschen Wave-Asse geht der Kampf um die Weltmeisterschaft damit weiter. Die nächste Gelegenheit wartet in zwei Wochen auf Hawaii.
Mehr als 200.000 Besucher und der Termin für 2027 steht
Trotz des ausgefallenen Wave-Wettbewerbs ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz. MMP-Event-Geschäftsführer Christian Okon sprach zum Abschluss von „Teamsport at its best“ und bedankte sich bei Fahrern, Teams, Sponsoren, der PWA und dem ISTS.
Und nach dem World Cup ist auf Sylt bereits vor dem nächsten World Cup.
Der Termin für 2027 steht fest: Vom 24. September bis 3. Oktober 2027 soll die Windsurf-Elite wieder am Brandenburger Strand antreten.
Dann soll es möglichst auch wieder jene Bedingungen geben, die in diesem Jahr ausgerechnet für die spektakuläre Wave-Disziplin gefehlt haben.