Sylt. Es fehlte nur noch ein letztes Rennen zum ganz großen Triumph: Der Kieler Fabian Wolf hat den Foil Slalom beim Citroën Windsurf World Cup Sylt auf dem zweiten Platz beendet und damit den bislang größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 28-Jährige war als Gesamtführender in den letzten Wettkampftag gestartet – doch ausgerechnet im achten und entscheidenden Rennen nahm der Kampf um den World-Cup-Sieg eine dramatische Wendung.
Wolf hatte während der Wettkampfwoche am Brandenburger Strand für Aufsehen gesorgt. Drei der ersten sieben Rennen hatte der Deutsche gewonnen. In sämtlichen Läufen war er bis ins Finale vorgedrungen und hatte ausschließlich Platzierungen unter den besten Vier erreicht.
Damit ging Wolf mit den meisten Rennsiegen und als Führender in die letzte Entscheidung.
Dann kam das Halbfinale des achten Rennens.
Sturz im entscheidenden Moment
Ausgerechnet im wichtigsten Lauf der Woche endete Wolfs beeindruckende Serie. Sein deutscher Teamkollege Nico Prien stürzte nach einem Fahrfehler unmittelbar vor ihm. Wolf konnte nach Angaben der Veranstalter nicht mehr ausweichen, musste abspringen und verpasste dadurch erstmals das Finale.
Damit verlor der Kieler entscheidende Punkte im Kampf um den Gesamtsieg.
Der bis dahin zweitplatzierte Matteo Iachino nutzte die Gelegenheit. Dem fünfmaligen Weltmeister aus Italien genügte im anschließenden Finale ein dritter Platz, um Wolf im achten und letzten Rennen noch von der Spitze der Gesamtwertung zu verdrängen.
Iachino gewann damit die Foil-Slalom-Wertung auf Sylt, Wolf wurde Zweiter. Rang drei ging an Amado Vrieswijk aus Bonaire.
„Eine Mischung aus Stolz und ein bisschen Traurigkeit“
Unmittelbar nach dem Rennen überwog bei Wolf verständlicherweise noch die Enttäuschung darüber, wie knapp er den ganz großen Erfolg verpasst hatte.
„Gerade ist es eine Mischung aus Stolz und ein bisschen Traurigkeit. Ich kann auf jeden Fall stolz auf mich sein, wie ich über die ganze Woche abgeliefert habe“, sagte Wolf nach dem letzten Rennen.
Schließlich war der 28-Jährige nicht nur überraschend in den Kampf um den Gesamtsieg vorgestoßen, sondern hatte diesen bis zur allerletzten Entscheidung offen gehalten.
„Bin wirklich bis zum letzten Rennen um den Sieg mitgefahren. Es so am Ende zu verlieren, ist natürlich schade und habe es am Ende leider nicht beeinflussen können. Das gehört aber dazu und ich glaube, ab morgen überwiegt der Stolz“, sagte Wolf.
Sein Fazit für die Tage auf Sylt fiel trotz des dramatischen Endes entsprechend positiv aus: „Das Event war mega und vielen Dank an alle, die mich hier unterstützt haben.“
Drei Rennsiege und Platz zwei auf Sylt
Und tatsächlich dürfte der Stolz mit etwas Abstand überwiegen. Drei Rennsiege, konstant Spitzenplatzierungen und bis zum letzten Lauf die Führung beim traditionsreichen World Cup auf Sylt: Mit seinem zweiten Gesamtrang hat Wolf international ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt.
Bereits zu Beginn der Slalom-Wettbewerbe hatte sich angedeutet, dass auf Sylt etwas Besonderes möglich sein könnte. Wolf gewann gleich das erste Rennen und feierte damit seinen ersten Rennsieg auf der PWA World Tour. Weitere Erfolge folgten – bis er schließlich als Führender in den entscheidenden Wettkampftag ging.
Zum Gesamtsieg reichte es am Ende denkbar knapp nicht. Dafür verlässt der Kieler den World Cup mit dem größten Erfolg seiner bisherigen Karriere.
Der Citroën Windsurf World Cup Sylt endet am Sonntag, 4. Oktober 2026. Die offizielle Siegerehrung ist für 12.30 Uhr vorgesehen.