Wenningstedt-Braderup. Die Planungen für die Zukunft der Norddörferschule gehen in die nächste Phase. Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, soll der Schulverband Norddörfer über die Bereitstellung von 150.000 Euro für die weitere Planung eines Erweiterungsbaus entscheiden. Mit dem Geld sollen der Vorentwurf weiter ausgearbeitet und eine differenzierte Kostenschätzung für das Projekt erstellt werden.
Damit werden die Überlegungen konkreter, die bereits zu Beginn des Jahres öffentlich geworden waren. Im Februar war nach einem Schulentwicklungstag die sogenannte „Phase Null“ abgeschlossen worden. Dabei wurden die pädagogischen und räumlichen Anforderungen an die künftige Norddörferschule untersucht. Hintergrund sind unter anderem die gestiegenen Schülerzahlen und die räumlichen Grenzen des bestehenden Schulgebäudes. Laut einem damaligen Bericht stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler innerhalb von elf Jahren von etwa 100 auf 150.
Raumprogramm und Standort stehen als Grundlage
Inzwischen ist die Planung einen Schritt weiter. Grundlage für die weitere Vorentwurfsplanung sind laut aktueller Beschlussvorlage das in einem Workshop erarbeitete Raumprogramm sowie eine bereits getroffene Standortentscheidung für den Erweiterungsbau der Grundschule.
Mit der weiteren Ausarbeitung soll das Büro Trapez Architekten beauftragt werden. Vorgesehen sind die Leistungsphasen 1 und 2 nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Dabei soll der Entwurf weiterentwickelt und gleichzeitig eine differenzierte Kostenschätzung erstellt werden
Damit dürfte sich auch die bislang offene Frage nach den Gesamtkosten des Projekts weiter konkretisieren. Im Februar war lediglich von einem voraussichtlich zweistelligen Millionenbetrag die Rede. Eine belastbare Gesamtsumme für das Bauvorhaben lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.
150.000 Euro für die nächste Planungsphase
Die jetzt zur Abstimmung stehenden 150.000 Euro sind Planungskosten und dürfen nicht mit den späteren Baukosten verwechselt werden. Laut Vorlage entfallen 30.550 Euro brutto auf die Grundlagenermittlung und weitere 119.450 Euro brutto auf die Vorentwurfsplanung. Insgesamt ergibt sich damit ein Honorar von 150.000 Euro.
Die Mittel sollen außerplanmäßig bereitgestellt und anschließend über einen Nachtrag in den Haushalt eingestellt werden. Die Beschlussvorlage sieht eine direkte Beauftragung unter den Vorgaben der öffentlichen Vergabe vor.
Förderung für den späteren Bau noch offen
Eine entscheidende Frage ist derzeit allerdings noch nicht geklärt: Wie wird der eigentliche Erweiterungsbau finanziert? Insbesondere ist noch offen, ob und in welchem Umfang für das Vorhaben Fördermittel genutzt werden können.
Im Raum steht derzeit eine mögliche Förderung über das LuKIFG. Ob das Schulprojekt die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt und welche Kosten darüber tatsächlich abgedeckt werden könnten, ist bislang noch offen.
Die nun vorgesehenen Planungsschritte sind deshalb auch für die weitere Finanzierung von Bedeutung. Erst wenn ein konkreterer Vorentwurf und eine differenzierte Kostenschätzung vorliegen, lässt sich genauer beziffern, welche finanzielle Größenordnung das Projekt tatsächlich erreicht. Anschließend wird zu klären sein, welche Förderprogramme genutzt werden können und welcher Anteil letztlich vom Schulverband beziehungsweise den beteiligten Gemeinden zu tragen wäre.
Platzprobleme beschäftigen die Schule schon länger
Dass an der Norddörferschule Handlungsbedarf besteht, war bereits während der „Phase Null“ deutlich geworden. Schulleiterin Bianca Rehage hatte die räumliche Situation Anfang des Jahres als weitgehend ausgereizt beschrieben. Wegen der gestiegenen Schülerzahlen werde unter anderem bereits das frühere Lehrerzimmer als Klassenraum genutzt; das Kollegium sei in die alte Hausmeisterwohnung ausgewichen.
Die damaligen Überlegungen gingen von einem zusätzlichen beziehungsweise neuen Schulgebäude auf dem bestehenden Gelände in Richtung Turnhalle aus. Ein Vorteil dieses Standorts: Während der Bauzeit könnte der Unterricht im vorhandenen Schulgebäude weiterlaufen. Eine umfangreiche Zwischenlösung mit Unterricht in Containern könnte dadurch vermieden werden.
Mehr als nur zusätzliche Klassenräume
Bei dem Vorhaben geht es allerdings nicht allein darum, zusätzliche Quadratmeter zu schaffen. Die räumliche Planung soll auch das pädagogische Konzept der Norddörferschule berücksichtigen.
Bereits in der „Phase Null“ wurde ein flexibleres Schulkonzept beschrieben, das sich von klassischen langen Fluren und ausschließlich geschlossenen Klassenräumen lösen soll. Die bereits praktizierte „Open Door Policy“ soll sich künftig auch in der Architektur wiederfinden.
Mit der Entscheidung über die 150.000 Euro geht es am Donnerstag jedoch noch nicht um den eigentlichen Baubeschluss. Zunächst soll die Planung so weit vertieft werden, dass ein konkreter Vorentwurf und eine belastbarere Kostenschätzung vorliegen.
Erst danach dürfte sich deutlicher zeigen, wie groß das Projekt tatsächlich wird – und vor allem, wie viel davon über Fördermittel finanziert werden kann und welchen Anteil die Norddörfer am Ende selbst tragen müssen.