Westerland. Wie funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau? Welche Förderung gibt es – und rechnet sich der Abschied von Gas oder Öl überhaupt? Diese Fragen beschäftigten beim ersten Wärmepumpen-Infotag auf Sylt offenbar viele Menschen: Rund 270 Besucherinnen und Besucher kamen ins Congress Centrum Sylt, um sich über den Heizungstausch zu informieren.

Expertin Anja Floetenmeyer-Woltmann führte praxisnah und nach Angaben der Veranstalter herstellerunabhängig durch die unterschiedlichen Aspekte eines möglichen Heizungstauschs. Dabei bedankte sie sich bei Dr. Catharina Bayerlein vom Landschaftszweckverband Sylt (LZV) dafür, die Veranstaltung auf die Insel geholt zu haben. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Auch Manfred Uekermann, Vorsitzender des Landschaftszweckverbandes Sylt, zeigte sich angesichts der Resonanz zufrieden: „Das große Interesse zeigt, dass die Menschen auf Sylt und die anwesenden Gäste der Insel konkret handeln wollen. Unser Ziel, neutral und hochwertig zu informieren, haben wir voll erreicht.“

Wärmepumpe auch im älteren Haus?

Foto: Inselverwaltung Sylt

Ein Schwerpunkt des Abends lag auf der Frage, für welche Gebäude eine Wärmepumpe überhaupt geeignet ist. Nach Angaben der Veranstalter wurde dabei auch vermittelt, dass ältere Häuser nicht zwangsläufig erst umfassend saniert werden müssen, bevor eine Wärmepumpe eingesetzt werden kann.

Für Aufmerksamkeit sorgten zudem Berechnungen zu den möglichen laufenden Kosten. Demnach könne der Ausstieg aus einer Gasheizung in bestimmten Fällen eine Ersparnis von rund 1.000 Euro im Jahr bringen. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt allerdings vom jeweiligen Gebäude, dem bisherigen Verbrauch, der Anlage und den Energiepreisen ab.

Vorgestellt wurden außerdem Angaben zur Entwicklung des Heizungsmarktes. Demnach erreichte die Wärmepumpe 2025 einen Marktanteil von rund 48 Prozent; nach Darstellung der Veranstalter wurden im vergangenen Jahr mehr Wärmepumpen verkauft als Gas- und Ölheizungen zusammen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Förderung und Finanzierung besonders gefragt

Großen Informationsbedarf gab es bei den Themen Förderung und Finanzierung. Anhand verschiedener Beispiele für kleinere und größere Gebäude wurde erläutert, wie sich Fördermittel, umlagefähige Kosten und steuerliche Aspekte auf die Finanzierung eines Wärmepumpenprojekts auswirken können.

Nach den beim Infotag vermittelten Informationen sollten Eigentümer, die einen Heizungstausch planen, auch mögliche Veränderungen der Förderbedingungen im Blick behalten. Für die Finanzierung wurde zudem ein zinsgünstiges Kreditangebot der Investitionsbank Schleswig-Holstein vorgestellt.

Ein weiterer wichtiger Hinweis für Interessierte: Wer sich Fördermittel sichert, muss die neue Heizung nach den beim Infotag vorgestellten Bedingungen nicht unmittelbar einbauen. Für die Umsetzung könne ein Zeitraum von bis zu drei Jahren zur Verfügung stehen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Rund 40 Fachleute standen für Fragen bereit

Bei der Veranstaltung blieb es nicht bei Vorträgen. Rund 40 Fachleute aus lokalen Betrieben standen für persönliche Gespräche zur Verfügung. Viele Besucher nutzten nach Angaben der Veranstalter die Gelegenheit, bereits konkrete Projekte und die Voraussetzungen im eigenen Gebäude zu besprechen.

Unterstützt wurde der Infotag in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Wärmepumpe von verschiedenen Unternehmen aus der Branche.

Die große Resonanz auf die Premiere zeigt zumindest eines: Das Thema Heizungstausch beschäftigt derzeit viele Menschen auf Sylt. Nach dem Informationsabend dürften einige von ihnen nun genauer rechnen, ob und wann eine Wärmepumpe für das eigene Gebäude infrage kommt.

Weitere Informationen stellen der Bundesverband Wärmepumpe sowie Klimaschutz Sylt bereit.