List. Ein beschädigter Gefahrstoffbehälter, austretende Säure und zwei bewusstlose Menschen mitten im Gefahrenbereich: Mit diesem anspruchsvollen Szenario hat der Löschzug Gefahrgut, Zug 2, am Freitag, 25. September 2026, in List den Ernstfall trainiert. Beteiligt waren die Freiwilligen Feuerwehren Westerland, Wenningstedt-Braderup und List. Übungsort war das Alfred-Wegener-Institut (AWI). Gegen 16 Uhr erfolgte die Alarmierung unter dem Stichwort „TH X Y“ – Technische Hilfeleistung, Gefahrstoffe und Menschenleben in Gefahr.   Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Das angenommene Szenario hatte es in sich: Bei Entladearbeiten war ein IBC-Container mit einem Gabelstapler beschädigt worden. Als simulierter Gefahrstoff befand sich darin Salzsäure. Durch die Beschädigung wurde ein Austritt des Stoffes angenommen. Zusätzlich lagen neben dem Container zwei verschlossene Gebinde mit simulierter Salpetersäure, die beim Rangieren umgefallen waren. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Zwei Menschen im Gefahrenbereich

Foto: Feuerwehr Westerland
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Für die Einsatzkräfte kam erschwerend hinzu, dass sich zwei Personen im unmittelbaren Gefahrenbereich befanden. Im Übungsszenario waren der Lkw- und der Gabelstaplerfahrer durch die Dämpfe bewusstlos geworden. 

Ein Feuerwehrtrupp musste deshalb unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) und zusätzlichem Atemschutz in den Gefahrenbereich vorgehen. Vorrang hatte zunächst nicht die Leckage, sondern die Menschenrettung: Die Einsatzkräfte mussten die beiden Verletzten finden und aus dem Gefahrenbereich bringen.

Nach der Rettung wurden die beiden Personen zunächst zur Dekontamination gebracht. Erst danach erfolgte im Übungsablauf die Übergabe an den Rettungsdienst. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Nach der Rettung ging es an die Leckage

Foto: Feuerwehr Westerland

Damit war die Übung allerdings noch lange nicht beendet. Anschließend konzentrierte sich der CSA-Trupp auf den beschädigten IBC-Container. Die Feuerwehrleute trainierten, wie eine Gefahrstoffleckage gesichert beziehungsweise abgedichtet werden kann. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Geübt wurden dabei zahlreiche Abläufe, die bei einem tatsächlichen Gefahrstoffeinsatz ineinandergreifen müssen: das Vorgehen im Gefahrenbereich, die Arbeit unter Chemikalienschutzanzug und Atemschutz, die Menschenrettung sowie die Dekontamination. Dazu gehörte auch das korrekte Entkleiden von Einsatzkräften, die mit Gefahrstoffen in Kontakt gekommen sein könnten.

Eine weitere wichtige Rolle spielte die Koordination der unterschiedlichen Einsatzabschnitte über die Technische Einsatzleitung und den Einsatzleitwagen. Ziel war es, den kompletten Ablauf eines Gefahrguteinsatzes mit den Einheiten des Löschzuges 2 möglichst realitätsnah zu trainieren – von Einsatzleitung und Logistik über Dekontamination bis zum Einsatz der CSA-Trupps.