Hörnum. Kann sich die Gemeinde Hörnum ihren Hafen auch in Zukunft leisten – und welches wirtschaftliche Potenzial steckt noch in dem Areal? Diese Fragen standen am Montagabend, 28. September 2026, im Mittelpunkt der Einwohnerversammlung. Rund 60 Interessierte kamen in den großen Saal des Tourismusservice Hörnum, um sich über das erarbeitete Hafenentwicklungskonzept zu informieren. Die Vorstellung durch EG.NF und move4ward war der zentrale Tagesordnungspunkt des Abends. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Der Abend diente vor allem dazu, den Einwohnerinnen und Einwohnern die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen vorzustellen. Anschließend bestand Gelegenheit zum Austausch und für Fragen – genau das war auch in der offiziellen Tagesordnung vorgesehen.

Mit dabei waren Prof. Dr. Ninnemann, Hochschuldozent und Fachmann für Hafenwirtschaft, sowie Herr Stuck von der EG.NF. Gemeinsam stellten sie die wirtschaftlichen Betrachtungen und mögliche Entwicklungsperspektiven für den Hörnumer Hafen vor.

Dabei ging es nicht nur um Zahlen auf dem Papier. Im Mittelpunkt stand vielmehr die grundsätzliche Frage, welche Rolle der Hafen künftig für Hörnum spielen kann. Neben dem eigentlichen Hafenbetrieb wurden deshalb auch mögliche Entwicklungen bei Fahrgastzahlen, Pachten und weiteren Nutzungen betrachtet.

Was kann der Hafen künftig erwirtschaften?

Im Mittelpunkt stand vor allem eine Frage: Was bedeutet ein eigener Hafen wirtschaftlich für Hörnum? Untersucht wurde unter anderem, welche Werte heute vorhanden sind, welche Pachten erzielt werden und welche Einnahmemöglichkeiten sich daraus künftig ergeben könnten. Dabei wurden auch Vergleiche mit anderen Häfen herangezogen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Gerade diese Vergleiche sollten zeigen, wo Hörnum derzeit steht und an welchen Stellen möglicherweise noch wirtschaftlicher Spielraum vorhanden ist. Die Betrachtungen zeigten, dass an verschiedenen Stellen noch Potenzial für zusätzliche Einnahmen bestehen könnte.

Dabei ging es nicht darum, ausschließlich von einer möglichst positiven Entwicklung auszugehen. Vielmehr wurden unterschiedliche Annahmen durchgerechnet, um zu zeigen, wie sich der Hafen unter verschiedenen Bedingungen wirtschaftlich entwickeln könnte. Damit sollte auch vermieden werden, die Tragfähigkeit eines möglichen Gemeindehafens ausschließlich auf optimistische Erwartungen zu stützen.

Drei Szenarien für Hörnum

Dafür wurden drei unterschiedliche wirtschaftliche Szenarien betrachtet.

Die erste Variante ist eine Art „Nullnummer“ beziehungsweise Status quo. Sie geht im Wesentlichen davon aus, dass der Hafen unter den heutigen Bedingungen weiterbetrieben wird, ohne nennenswerte zusätzliche Entwicklung. Dieses Szenario bildet damit die vorsichtigste Variante der Berechnung.

Das zweite Szenario beschreibt eine moderate Entwicklung. Dabei wird mit vorsichtigen Steigerungen gerechnet – beispielsweise durch mehr Fahrgäste, höhere beziehungsweise zusätzliche Pachteinnahmen, eine positive Entwicklung im Muschelgeschäft und dadurch, dass Hörnum künftig mehr Gäste anzieht.

Das dritte Szenario geht von einer optimistischen Entwicklung aus. Hier werden stärkere Zuwächse und entsprechend höhere Einnahmen angenommen, die zugleich zusätzliche wirtschaftliche Impulse für Hörnum bringen könnten.

Die zentrale Aussage der vorgestellten Berechnungen: In allen drei Szenarien kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Hörnum sich den Hafen grundsätzlich leisten kann.

Gerade die Betrachtung der „Nullnummer“ ist dabei von Bedeutung. Denn die Wirtschaftlichkeit soll nach den vorgestellten Berechnungen nicht erst dann gegeben sein, wenn Fahrgastzahlen, Pachten und weitere Einnahmen deutlich steigen. Auch unter vorsichtigen Annahmen wurde der Hafen als grundsätzlich tragfähig dargestellt.

Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass die Berechnungen eine Momentaufnahme sind. Wie sich Fahrgastzahlen, Pachten, Muschelwirtschaft, Tourismus und weitere Faktoren tatsächlich entwickeln werden, lässt sich heute nicht abschließend vorhersagen. Die Szenarien zeigen Möglichkeiten auf – sie sind keine Garantie dafür, dass die angenommenen Entwicklungen tatsächlich eintreten.

Mehr Hafen könnte auch mehr Gäste für Hörnum bedeuten

Interessant ist dabei auch der Blick über die Hafenkante hinaus. Eine moderate oder stärkere Entwicklung könnte nicht nur zusätzliche Einnahmen unmittelbar im Hafen erzeugen. Mehr Fahrgäste und Besucher könnten auch dem Ort selbst zugutekommen.

Die Überlegung dahinter: Zieht der Hafen künftig mehr Menschen nach Hörnum, könnte dies auch wirtschaftliche Impulse für den Ort bringen. Wer mit dem Schiff ankommt oder von Hörnum aus startet, hält sich möglicherweise auch länger im Ort auf und nutzt weitere Angebote. Damit könnte eine positive Entwicklung des Hafens auch Auswirkungen über das eigentliche Hafengelände hinaus haben. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Der Hafen wurde bei der Präsentation deshalb nicht nur als eigener Wirtschaftsbetrieb betrachtet, sondern auch im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung Hörnums. Neben direkten Einnahmen durch Pachten und Hafennutzungen spielen damit auch indirekte wirtschaftliche Effekte für den Ort eine Rolle.

Dabei blieb die Präsentation bei ihren Annahmen bewusst bei unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Denn ob Hörnum tatsächlich zusätzliche Gäste anziehen und die Zahl der Fahrgäste steigern kann, hängt von Faktoren ab, die die Gemeinde nur zum Teil selbst beeinflussen kann. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Sanierung mit rund 65 Millionen Euro brutto kalkuliert

Neben der Frage, was der Hafen künftig erwirtschaften kann, spielt die Finanzierung der notwendigen Sanierung eine entscheidende Rolle. Nach den am Montagabend vorgestellten aktuellen Berechnungen werden dafür insgesamt rund 65 Millionen Euro brutto veranschlagt.

Nach der vorgestellten Finanzierungsplanung soll der Bund die Hälfte der förderfähigen Kosten übernehmen. Vom Land Schleswig-Holstein stehen 20 Millionen Euro im Raum. Für die Gemeinde Hörnum würde nach der derzeitigen Kalkulation ein Anteil von rund zehn Millionen Euro einschließlich einer Reserve von zehn Prozent verbleiben.

Damit treffen bei dem Vorhaben zwei große Fragen aufeinander: Kann Hörnum zunächst seinen Anteil an der Sanierung finanzieren – und kann die Gemeinde den Hafen anschließend dauerhaft wirtschaftlich betreiben? Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Genau deshalb nimmt die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einen so großen Raum ein. Ein Hafen, dessen Sanierung mit einer erheblichen Investition verbunden ist, muss auch für die Jahre danach betrachtet werden. Einnahmen aus Pachten und dem Hafenbetrieb stehen laufenden Ausgaben gegenüber. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern können. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Die drei Szenarien sollen deshalb eine Bandbreite möglicher Entwicklungen abbilden. Sie reichen von einer Situation ohne nennenswertes zusätzliches Wachstum bis hin zu einer deutlich positiveren Entwicklung. Dass die Berechnungen in allen drei Varianten zu einem grundsätzlich tragfähigen Ergebnis kommen, war eine der zentralen Botschaften der Präsentation. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Trotzdem steht Hörnum damit erst am Anfang. Die vorgestellten Zahlen und Szenarien bilden eine Grundlage für die weiteren Entscheidungen. Förderungen müssen beantragt, Voraussetzungen geklärt und die einzelnen Schritte einer möglichen Übernahme weiter vorbereitet werden. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Heute könnte der formale Startschuss fallen

Bereits heute, am Dienstag, 29. September, geht es politisch weiter. Nach den Informationen aus der Einwohnerversammlung soll sich die Gemeindevertretung mit dem weiteren Vorgehen befassen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Dabei geht es noch nicht um eine endgültige Übernahme des Hafens. Vielmehr soll das Signal gegeben werden, den Prozess weiterzuführen und einen entsprechenden Übernahmeantrag auf den Weg zu bringen.

Damit wäre noch längst nicht alles erledigt. Weitere Gespräche und Prüfungen wären notwendig, zudem müssten Fördermöglichkeiten geklärt und entsprechende Anträge gestellt werden. Der mögliche Beschluss wäre deshalb vor allem eines: der formale Startschuss für den nächsten Abschnitt eines längeren Verfahrens.

Ein wichtiger Punkt des Abends war dabei das weitere Miteinander. Die nächsten Schritte bedeuten nicht, dass bereits alle Einzelheiten feststehen. Vielmehr soll mit dem politischen Signal die Grundlage geschaffen werden, um die Gespräche über eine mögliche Übernahme überhaupt konkret weiterführen zu können.

Am Abend wurde dafür ein anschaulicher Vergleich gewählt: Es wäre der Heiratsantrag – noch nicht die Hochzeit. Treffender lässt sich der derzeitige Stand kaum beschreiben. Hörnum würde damit sein grundsätzliches Interesse an einer Übernahme deutlich machen, während zahlreiche Einzelheiten erst auf dem weiteren Weg geklärt werden müssen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Die am Montag vorgestellte wirtschaftliche Betrachtung liefert für diesen nächsten Schritt eine wichtige Grundlage. Unter allen drei untersuchten Szenarien erscheint der Hafen nach den präsentierten Berechnungen grundsätzlich finanzierbar. Ob und unter welchen Voraussetzungen es tatsächlich zur Übernahme kommt, wird sich erst im weiteren Verfahren entscheiden. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.