Sylt. Mal jemanden zum Arzt begleiten, beim Einkauf helfen, eine kleine Aufgabe im Haushalt übernehmen oder einfach Zeit für ein Gespräch haben: Ab Anfang Oktober 2026 startet die neue Nachbarschaftshilfe Sylt. Bereits 52 Helferinnen und Helfer haben sich nach Angaben der Initiatoren bereit erklärt, sich ehrenamtlich für andere Menschen auf der Insel einzusetzen.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von den Seniorenvertretungen der Gemeinde Sylt und Wenningstedt-Braderup. Das Motto ist bewusst einprägsam gewählt: „Das Altersheim kann warten.“ Dahinter steckt die Idee, Menschen mit kleinen Hilfen im Alltag dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstständig in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Nach einer Auftaktveranstaltung in Kampen geht das Projekt nun in die praktische Phase. Ab Anfang Oktober können sich Sylterinnen und Sylter melden, die Unterstützung benötigen.

Vom Einkauf bis zum gemeinsamen Gespräch

Dabei soll es ausdrücklich nicht nur um ältere Menschen oder klassische Haushaltshilfe gehen. Die Möglichkeiten reichen nach Angaben der Initiatoren von kleinen Hilfen im Haushalt über die Begleitung zum Arzt oder beim Einkaufen bis zur kurzzeitigen Betreuung von Kindern.

Auch ein anderes Problem soll aufgegriffen werden, das sich nicht mit einem Einkauf oder einer kleinen Handreichung lösen lässt: Einsamkeit. Wer sich allein fühlt, Gesellschaft sucht oder einfach Kontakt zu anderen Menschen haben möchte, kann sich ebenfalls an die Nachbarschaftshilfe wenden.

Die Vermittlung zwischen Hilfesuchenden und Ehrenamtlichen übernehmen Helga Villhard unter 01515 6185384 und Birgit Nastraha unter 0177 7106938. Die Telefone sind montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr besetzt. Außerdem ist die Nachbarschaftshilfe per E-Mail unter Nachbarschaftshilfe-sylt@web.de erreichbar.

Hoffnung auf Entlastung der Pflegedienste

Mit dem Projekt verbinden die Seniorenvertretungen auch die Hoffnung, bestehende professionelle Angebote auf der Insel zumindest bei alltäglichen Hilfen zu entlasten. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

„Wenn es uns durch unser Projekt gelingt, die ambulanten Pflegedienste zu entlasten, dann wäre das großartig“, sagt Martha Berendes, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Gemeinde Sylt.

Ihr Stellvertreter Bruno Schnabel geht noch einen Schritt weiter: „Und wenn durch unsere Hilfen weniger Sylterinnen und Sylter gar nicht oder zumindest später ins Pflegeheim umziehen müssten, wäre das ein Riesenerfolg.“

Wer zunächst mehr über das neue Angebot erfahren möchte, bekommt dazu am Freitag im Rahmen der Langen Nacht der Demokratie Gelegenheit. Von 16.30 bis 17 Uhr stellt der Seniorenbeirat der Gemeinde Sylt die Nachbarschaftshilfe in der Sylt Bibliothek vor. Dort soll erstmals auch der neue Informationsflyer erhältlich sein.

Damit steht kurz vor dem offiziellen Start bereits ein beachtliches Netzwerk bereit: 52 Menschen wollen ihre Zeit einsetzen, damit Nachbarn auf Sylt im Alltag nicht allein dastehen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.