Sylt. Umweltschutz statt Unterricht im Klassenzimmer: Die Klassen 1e und 3b der Boy-Lornsen-Schule tauschten am Freitagvormittag, 18. September 2026, Schulbank gegen Weststrand. Einen Tag vor dem International Coastal Cleanup Day waren die Kinder rund vier Stunden unterwegs, um Müll zu sammeln – und bekamen ganz nebenbei noch eine praktische Unterrichtsstunde in Sachen Küstenschutz.
Unter Leitung von Schulleiterin Claudia Junge-Lehtovuori und begleitet von pädagogischen Betreuern sowie freiwillig unterstützenden Müttern machten sich die Schülerinnen und Schüler an die Arbeit. Gesammelt wurde alles, was am Strand nichts zu suchen hat. Neben zahlreichen Plastikteilen entdeckten die Kinder auch Paraffin, Teerreste und weiteren angeschwemmten Müll.
Vier Stunden für einen sauberen Strand
Die Aktion fand unmittelbar vor dem International Coastal Cleanup Day statt, der jährlich am dritten Samstag im September begangen wird. Weltweit beteiligen sich Menschen an Müllsammelaktionen an Stränden und Gewässern. Dabei geht es nicht nur darum, Abfälle zu beseitigen, sondern auch darum, gerade jungen Menschen die Folgen von Meeresverschmutzung unmittelbar vor Augen zu führen.
Für die Sylter Schulkinder wurde daraus Unterricht an einem Ort, an dem das Thema kaum anschaulicher sein könnte: direkt an der eigenen Küste.
Zum Schluss wird Küstenschutz zum Anschauungsunterricht
Eine spontane Zugabe gab es zum Abschluss. Ein Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) zeigte und erklärte den Kindern, wie ein Dünenzaun angelegt wird.
Die sogenannten Sandfangzäune helfen dabei, vom Wind transportierten Sand festzuhalten. Dadurch kann sich Sand ablagern und der Aufbau beziehungsweise Erhalt der Dünen unterstützt werden – ein wichtiger Bestandteil des Küstenschutzes auf Sylt.
So wurde aus dem Strandputz weit mehr als eine Müllsammelaktion: Die Kinder halfen selbst mit, ihre Insel sauber zu halten, und erfuhren direkt vor Ort, wie ihre Küste geschützt wird.