Schaffung von Dauerwohnraum in Morsum
Seit Jahren sprechen die Gemeindepolitiker aller Parteien der Gemeinde Sylt von der Erstellung von notwendigen Dauerwohnraum, auch für Morsum. Aber von den über 300 Millonen Euro, mit dem das Land den Wohnungsbau fördert, landet davon leider nichts in Morsum. Denn Morsum ist nicht wie Westerland, Tinnum oder auch Klanxbüll als eine Art zentraler Ort eingestuft, und bekommt daher auch kein Geld aus diesem Topf. Daher wird es wahrscheinlich auch in Zukunft nur bei den vollmundigen Versprechen der gemeindlichen Politiker bleiben. Aber zum Erhalt des dörflichen Lebens braucht auch Morsum die Ansiedlung von jungen Menschen. Vor 1970, als Morsum noch ein eigenständiges Dorf war, stellte die damalige Gemeinde die Weichen, dass viele junge Leute im Deelgung (Kayserallee), in Klein-Morsum (Claßensiedlung) und auch am Terpstich Häuser erstellen konnten. Später bei der Gemeinde Sylt-Ost konnten weitere vier Doppelhäuser am Terpstich, eine ganze Siedlung am Jölbröch und am Feskerdam auch die Hemshornsiedlung erstellt werden. Ab 2009 bei der neuen Gemeinde Sylt ist in Bezug auf Schaffung von Wohnraum in Morsum nicht mehr viel passiert. Nun hatten die Morsumer die Hoffnung, dass mit den neuen Turbo-Bestimmungen auch in Morsum neuer Wohnraum entstehen könne. Doch da die Gemeinde diese neuen Möglichkeiten aber so nicht anwenden will, fragt man sich schon, ob die Gemeinde überhaupt an Schaffung von Dauerwohnraum in Morsum interessiert ist. Denn als vor einem Jahr ein Morsumer seine im Haus befindliche Ferienwohnung altersbedingt an Dauermieter vermietet hatte, musste er den Mietern wieder kündigen. Mitgeteilt wurde ihm, falls er die als Ferienwohnung genehmigte Wohnung an Dauermieter vermieten wolle, müsse er einen neuen Bauantrag stellen. Das bedeutete für ihn, da sein Haus in den sechziger Jahren erstellt worden ist, dass ihn das bei den neuen Bauauflagen in etwa 100.000,- € kosten würde. Da fragt sich doch jeder, warum nicht zumindest von der Gemeinde mit einer Nutzungsänderung versucht worden ist, hier neuen Dauerwohnraum zu schaffen. Aber auch an anderen Stellen in Morsum könnte neuer Wohnraum entstehen, auch ohne später von der Gemeinde Mietzuschüsse gezahlt werden müssen, wenn die Gemeinde es nur wolle. Früher war es so, wenn für das Dorf notwendige Maßnahmen erforderlich waren, und dies auch von der Gemeindevertretung festgestellt worden war, dass dies dann von der Verwaltung auf Finanzierbarkeit geprüft und auch nach den Gesetzen umsetzbar sei. Sollte letzteres Schwierigkeiten bereiten, bemühte sich früher die Verwaltung um eine Lösung. Heute habe nicht nur ich den Eindruck, dass nicht die Gemeindevertreter, sondern immer mehr die Verwaltung bestimmt, was in der Gemeinde passieren oder nicht passieren soll. Die Frage ist nur, da viele die Dörfer und die Sorgen der Bürger nicht nachvollziehen können, ob sie auch immer die richtige Entscheidung dann treffen können.
Alfred Bartling, Morsum