Wenningstedt-Braderup/Sylt. Morgens Kinder sicher zur Schule oder in den Kindergarten bringen, später Senioren beim Weg zum Einkaufen unterstützen und auch Menschen ohne eigenes Auto mehr Mobilität ermöglichen: In Wenningstedt-Braderup soll die Idee eines neuen Dorfbusses ins Rollen gebracht werden. Damit daraus ein konkretes Angebot werden kann, werden nun engagierte Mitstreiter gesucht.

Entstanden ist die Idee im Rahmen der aktuellen Erarbeitung einer Tourismusstrategie für Sylt. Die Ortsgruppe Wenningstedt hat dabei drei Maßnahmen entwickelt, die sich kurzfristig umsetzen lassen sollen. Eine davon beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Autoverkehr reduzieren, Wege sicherer gestalten und gleichzeitig Mobilität und Gemeinschaft im Dorf stärken lassen.

Der geplante Dorfbus soll dabei ausdrücklich mehr sein als ein klassischer Schul- oder Kindergartenbus.

Morgens für Kinder, danach für das ganze Dorf

Foto: KI-generiert

Eine mögliche Nutzung könnte so aussehen: Am Morgen sammelt der Bus Kinder an festgelegten Treffpunkten ein und bringt sie zur Schule oder in den Kindergarten. Anschließend könnte das Fahrzeug für weitere Fahrten innerhalb des Dorfes zur Verfügung stehen.

Denkbar wären beispielsweise Fahrten für Seniorinnen und Senioren zum Einkaufen oder zu Amtsgängen, Unterstützung für vorübergehend oder dauerhaft mobilitätseingeschränkte Menschen sowie Fahrten zur Physiotherapie, zu Veranstaltungen oder anderen Terminen.

Welche Aufgaben der Dorfbus tatsächlich übernehmen soll, steht bewusst noch nicht endgültig fest. Zunächst soll herausgefunden werden, welcher Bedarf in Wenningstedt-Braderup überhaupt besteht.

Wer würde den Dorfbus nutzen und wer fährt?

Foto: KI-generiert

Genau dafür beginnt nun die Suche nach Menschen, die sich beteiligen möchten. Angesprochen sind Eltern, Fördervereine von Schule und Kindergarten, Senioren, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Dabei geht es um mehrere Fragen: Wer würde einen solchen Dorfbus nutzen? Zu welchen Zeiten und für welche Fahrten wird er benötigt? Wer könnte sich vorstellen, selbst gelegentlich am Steuer zu sitzen? Und nicht zuletzt: Wer ist bereit, bei der organisatorischen Koordination Verantwortung zu übernehmen?

Erst wenn sich ein verlässlicher Kreis von Unterstützern gefunden hat, sollen die nächsten Schritte folgen. Dazu gehören die Klärung der rechtlichen und versicherungstechnischen Voraussetzungen, ein tragfähiges Organisationsmodell und die Koordination der Fahrten.

Auch die Finanzierung muss anschließend geklärt werden. Für Anschaffung und Betrieb sollen Spender, Sponsoren und weitere Unterstützer gewonnen werden.

Mehr als nur ein zusätzliches Verkehrsmittel

Hinter dem Projekt steckt allerdings noch eine zweite Idee: Der Dorfbus soll Menschen zusammenbringen. Wer etwas Zeit zur Verfügung stellt und eine Fahrt übernimmt, kann einem anderen Menschen den Alltag erheblich erleichtern. Gleichzeitig entstehen Begegnungen zwischen Generationen und Menschen, die sich sonst vielleicht kaum kennenlernen würden.

Das Projekt setzt deshalb bewusst auf ehrenamtliches Engagement und gegenseitige Unterstützung. Noch müssen nicht sämtliche Details geklärt sein. Entscheidend ist zunächst, eine Gruppe zu finden, die bereit ist, die Idee gemeinsam weiterzuentwickeln.

Wer sich als Fahrer, Organisator oder Unterstützer am Dorfbus-Projekt in Wenningstedt-Braderup beteiligen möchte oder selbst Bedarf an einem solchen Angebot hat, kann sich bei Heike Müller-Jörgensen vom Üüs Terp unter heikesylt@aol.com melden.

Das Ziel ist klar: mehr Mobilität, weniger unnötige Autofahrten und vor allem mehr Miteinander in Wenningstedt-Braderup.

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