List/Sylt. Knapp eine Woche nach dem verheerenden Brand bei dem Bauprojekt „The Dunes“ in List gibt es neue Erkenntnisse zur möglichen Ursache. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung aufgenommen. Nach bisherigem Ermittlungsstand könnte das Feuer im Zusammenhang mit Dachdeckerarbeiten entstanden sein. Abschließend geklärt ist die Brandursache jedoch weiterhin nicht.

Das Feuer war kurz nach 17 Uhr im Dachbereich eines der im Bau befindlichen Gebäude ausgebrochen. Innerhalb kurzer Zeit entwickelten sich meterhohe Flammen und eine massive schwarze Rauchwolke, die weithin über dem Inselnorden zu sehen war. Einsatzkräfte mehrerer Feuerwehren rückten an, um den Brand unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf angrenzende Bereiche zu verhindern.

Trotz des erheblichen Ausmaßes wurde niemand verletzt. Der Sachschaden ist allerdings enorm. Nach ersten Schätzungen der Polizei bewegt er sich im siebenstelligen Bereich und damit in Millionenhöhe.

Was geschah bei den Dacharbeiten?

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht nun die Frage, was während der Arbeiten auf dem Dach konkret zur Entstehung des Feuers geführt haben könnte. Bei Dachabdichtungen mit Bitumenbahnen können je nach Verfahren unter anderem Gasbrenner eingesetzt werden, mit denen das Material erhitzt und verschweißt wird.

Denkbar wäre grundsätzlich, dass sich durch eine anhaltende Hitzeeinwirkung brennbares Material entzündete oder eine Wärmequelle unbeabsichtigt weiter auf einen Bereich einwirkte. Ob ein solcher Ablauf beim Brand von „The Dunes“ tatsächlich stattgefunden hat, ist bislang nicht bestätigt. Auch ein möglicherweise unbeaufsichtigter Brenner ist derzeit lediglich ein denkbares Szenario und keine festgestellte Brandursache.

Propangasflaschen auf der Baustelle werfen Fragen auf

Foto: NDR

Zusätzliche Fragen wirft vorliegendes Bildmaterial vom Brandort auf. Auf den Aufnahmen ist eine größere Ansammlung von Propangasflaschen zu erkennen. Mehre Flaschen stehen dicht beieinander. Auf den Bildern vom NDR ist zudem zu erkennen, dass bei mehreren der abgebildeten Flaschen die Ventile fehlen.

Dieser Umstand fällt auch deshalb auf, weil Anwohner und Gäste während des Brandes von mehreren heftigen Knall- beziehungsweise Explosionsgeräuschen berichteten. Ob diese Geräusche tatsächlich von den Propangasflaschen verursacht wurden, lässt sich aus dem Bildmaterial jedoch nicht ableiten und wurde bislang auch nicht offiziell bestätigt.

Zu klären ist insbesondere, wann und wodurch die auf den Bildern sichtbaren Ventile beziehungsweise Armaturen verloren gingen. Anhand der Aufnahmen lässt sich nicht feststellen, ob dies bereits vor dem Feuer der Fall war oder eine Folge des Brandgeschehens und der starken Hitzeeinwirkung ist. Ebenso ist bislang offen, ob die Lagerung oder Verwendung der Gasflaschen Einfluss auf die Entstehung oder Ausbreitung des Feuers hatte.

Ermittlungen dauern an

Im Zuge der Ermittlungen dürfte deshalb auch rekonstruiert werden, welche Arbeiten unmittelbar vor Ausbruch des Feuers durchgeführt wurden, welche Arbeitsmittel dabei zum Einsatz kamen und welche Rolle die auf der Baustelle befindlichen Propangasflaschen spielten.

Fest steht bislang: Die Polizei geht von einem möglichen fahrlässigen Handeln im Zusammenhang mit Dachdeckerarbeiten aus. Wie genau das Feuer entstand und ob die Propangasflaschen mit den von Zeugen wahrgenommenen Explosionsgeräuschen in Verbindung stehen, ist noch nicht abschließend geklärt.

Knapp eine Woche nach dem Großbrand verdichten sich damit zwar die Hinweise darauf, in welchem Bereich die Ursache zu suchen sein könnte. Was auf der Baustelle von „The Dunes“ tatsächlich zum Ausbruch des Feuers führte, müssen nun die weiteren Brandermittlungen zeigen.

???????? COPYRIGHT MEDIENMANUFAKTUR ????????