Westerland/Sylt. Der geplante Ausbau des Westküstenradwegs soll den Radverkehr auf Sylt sicherer und attraktiver machen. Doch das Vorhaben wird teuer: Allein für den ersten Bauabschnitt zwischen dem Parkplatz am Campingplatz und dem Robbenweg stehen Kosten von rund 2,2 Millionen Euro im Raum. Gleichzeitig bleiben Fragen offen – nicht nur zur Finanzierung der weiteren Strecke, sondern auch zur Anreise von Urlaubern mit dem eigenen Fahrrad.
Der erste Abschnitt umfasst nach den vorliegenden Angaben etwa 1,2 Kilometer. In den veranschlagten Kosten stecken neben den eigentlichen Bauarbeiten auch Planungs- und Ingenieurleistungen. Eine endgültige Kostenberechnung liegt demnach noch nicht vor.
Insgesamt soll der Westküstenradweg in sechs Bauabschnitten bis zum Waldwinkel entwickelt werden. Wie hoch die Gesamtkosten am Ende ausfallen werden, ist derzeit noch offen. Eine wichtige Rolle könnten Fördermittel spielen. Für Radverkehrsprojekte sind grundsätzlich hohe Förderquoten möglich. Ob und in welchem Umfang diese für das Sylter Projekt bewilligt werden, muss sich jedoch noch zeigen.
Konflikte entlang der geplanten Strecke
Dass neue Radwege nicht überall ohne Konflikte entstehen, hat die Diskussion der vergangenen Jahre bereits gezeigt. Rund um die geplante Führung im Bereich Lornsenweg und Nordseeklinik gab es Widerstand. Kritisiert wurden unter anderem mögliche Eingriffe in geschützte beziehungsweise wertvolle Grün- und Waldbereiche sowie die gemeinsame Nutzung des Umfelds durch schnelle Radfahrer, Spaziergänger, Senioren und Reha-Gäste.
Auch die geplante Umgestaltung der Elisabethstraße zur Fahrradstraße sorgte für Diskussionen. Während eine solche Verbindung den Radverkehr in Westerland stärken könnte, äußerten Gewerbetreibende Sorgen über mögliche Auswirkungen auf Erreichbarkeit und Kundschaft.
Radverkehr braucht ein Gesamtkonzept
Grundsätzlich spricht vieles für eine leistungsfähige Radverbindung entlang der Sylter Westküste. Auf einer Insel, auf der das Fahrrad für Einheimische und Urlauber eine wichtige Alternative zum Auto darstellt, kann eine sichere Nord-Süd-Achse einen erheblichen Nutzen haben.
Entscheidend wird jedoch sein, Kosten, Naturschutz, Sicherheit und die unterschiedlichen Interessen der Verkehrsteilnehmer zusammenzubringen. Und der Blick darf nicht an der Inselkante enden: Wer mehr Fahrradverkehr auf Sylt möchte, muss auch dafür sorgen, dass Gäste ihr Fahrrad unkompliziert auf die Insel bekommen.
Denn erst wenn Anreise, Radwege und Abstellmöglichkeiten zusammenspielen, wird aus einzelnen Baumaßnahmen ein überzeugendes Fahrradkonzept für Sylt.