Morsum/Sylt. Hoch zu Ross, mit sicherer Hand und festem Blick auf den kleinen Messingring: Der Sylter Amazonen-Ringreiterverein von 1982 lud am Sonntag, 9. August, zum traditionellen Ringreiten in den Muasem Guart am Muasem Hüs ein. Bei bestem Sommerwetter kamen zahlreiche Zuschauer nach Morsum, um die Reiterinnen anzufeuern.
Das Ringreiten besitzt auf Sylt eine lange Tradition. Neben fünf Herrenvereinen gibt es heute drei Damenvereine. Bei den Turnieren treten Frauen und Männer weiterhin getrennt voneinander an. Mit einer rund zwei Meter langen Lanze versuchen die Reiter, im Galopp einen kleinen Messingring aufzuspießen. Dieser misst lediglich zwölf bis 25 Millimeter und hängt an einem Seil zwischen zwei Holzpfosten, dem sogenannten Galgen.
Insgesamt pflegen acht Vereine mit mehr als 200 aktiven Mitgliedern diese besondere Reitkunst auf Sylt. Während der Sommermonate locken die Turniere in Archsum, Morsum und Keitum regelmäßig zahlreiche Zuschauer an. Auch beim Damenringreiten in Morsum herrschte auf dem Festplatz beste Stimmung.
Die größte Treffsicherheit bewies in diesem Jahr Tabea Andersen, die sich den Titel der Königin 2026 sicherte. Julia Tasker wurde Kronprinzessin, während Gwyneth Petersen den Titel der Prinzessin errang.
Der Sylter Amazonen-Ringreiterverein zählt derzeit 18 aktive Mitglieder. Beim diesjährigen Turnier gingen 13 Reiterinnen an den Start. Seit der Gründung vor 44 Jahren wurde der Verein von Dürken Hagge-Wedell geführt. Im vergangenen Jahr übernahm Stella Munck den Vorsitz.
Als erster Damenringreiterverein der Insel ist der Sylter Amazonen-Ringreiterverein bis heute ein fester Bestandteil der Sylter Ringreitertradition.