Kampen. Die Situation im Pflegebereich stellt Sylt vor große Herausforderungen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl stehen auf der Insel nur wenige stationäre Pflegeplätze zur Verfügung. Gleichzeitig ist die Zahl der ambulanten Pflegedienste in jüngster Zeit deutlich zurückgegangen. Verschärft wird die Lage durch den Personalmangel sowie die schwierigen Wohn- und Lebensbedingungen für Arbeitskräfte.

Pflegebedürftige Sylter finden einen stationären Pflegeplatz deshalb häufig nur noch auf dem Festland. Auch die ambulanten Dienste stoßen an ihre Grenzen. Aufgrund fehlenden Personals können teilweise keine neuen Patienten aufgenommen werden. In einzelnen Fällen mussten bestehende Versorgungsverträge bereits beendet werden.

Der Seniorenbeirat der Gemeinde Sylt und die Seniorenvertretung Wenningstedt-Braderup möchten dazu beitragen, die Situation zu verbessern. Nach erfolgreichen Beispielen vom nahen Festland und aus dem Kreis Coburg soll auf Sylt ein Netzwerk freiwilliger Alltagshelfer aufgebaut werden. Diese könnten ältere und pflegebedürftige Menschen im täglichen Leben unterstützen und ihnen ermöglichen, länger in ihrem vertrauten Zuhause zu bleiben.

Den Auftakt bildet die Veranstaltung „Das Altersheim kann warten“ am Donnerstag, 6. August 2026, von 17 bis 19 Uhr im Kaamp-Hüs in Kampen. Der Landrat des Kreises Coburg wird dabei die dort gesammelten Erfahrungen mit vergleichbaren Hilfsangeboten vorstellen. Zudem sind Einblicke in die aktuelle Pflegesituation auf Sylt vorgesehen. Interessierte sind eingeladen, sich zu informieren und an der Entwicklung eines insularen Unterstützungsnetzwerks mitzuwirken. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.