Sylt. Die Bekämpfung des Goldafters auf Sylt soll künftig auf einer noch fundierteren wissenschaftlichen Grundlage erfolgen. Seit Montag, 20. Juli, ist ein Forschungsteam der Universität Göttingen für zwei Tage auf der Insel unterwegs, um Daten zur Population des Schmetterlings zu erheben.
Die Untersuchungen sind Teil eines vierjährigen Kooperationsprojekts zwischen der Universität Göttingen und der Inselverwaltung Sylt. Ziel ist es, die Populationsentwicklung, Lebensraumfaktoren und natürliche Regulationsmechanismen des Goldafters besser zu verstehen und daraus belastbare Grundlagen für künftige Entscheidungen abzuleiten.
„In diesem Forschungsprojekt geht es darum, die Populationsdynamik, die Lebensraumfaktoren und die natürlichen Regulationsmechanismen des Goldafters genau zu verstehen. Somit kann die Inselverwaltung auf wissenschaftlich fundierte Daten als belastbare Entscheidungsgrundlage für zukünftige Maßnahmen zurückgreifen“, erklärt Prof. Dr. Martin Schebeck, der das Projekt leitet. Dafür kommen standardisierte Untersuchungsverfahren zum Einsatz, die über mehrere Jahre vergleichbare Daten liefern sollen.
Auch Kai Müller, Amtsvorsteher des Amtes Landschaft Sylt, sieht in der wissenschaftlichen Begleitung einen wichtigen Schritt: „Die aktuellen Erhebungen schaffen die Grundlage für alle weiteren Schritte. Wir wollen uns wissenschaftlich gut aufstellen, um künftige Herausforderungen sachlich und verantwortungsvoll bewältigen zu können und im Kontext unserer sensiblen Landschaft nicht nur zu reagieren, sondern das große Ganze zu betrachten und vorzudenken.“
Bürgermeisterin Tina Haltermann betont die Bedeutung der Forschung sowohl für den Gesundheitsschutz als auch für den Naturschutz. Ziel sei es, künftig auf belastbare Fakten zurückgreifen zu können, um Entscheidungen transparent und nachvollziehbar zu treffen.
Parallel zur wissenschaftlichen Arbeit setzen die fünf Sylter Gemeinden, die Sylt Marketing, der Landschaftszweckverband sowie die Bauhöfe ihre Zusammenarbeit fort. Zudem wird der Austausch mit Ärzten, Apotheken und weiteren sensiblen Einrichtungen fortgeführt. Nach Angaben von Veronika Vogel von der Inselverwaltung sollen die Forschungsergebnisse dazu beitragen, langfristige Maßnahmen zum Umgang mit dem Goldafter evidenzbasiert zu planen.
Die Erhebungen am 20. und 21. Juli bilden den Auftakt der wissenschaftlichen Begleitung. Weitere Informationen sowie Verhaltensempfehlungen zum Goldafter stellt die Inselverwaltung auf ihrer Internetseite bereit.