Im „Ärzteblatt“ forderten Experten, den Heilpraktiker-Beruf abzuschaffen. Begründung: „Es wäre undenkbar, jemandem die Steuerung eines Flugzeuges anzuvertrauen, dessen ganze Kompetenz in der Teilnahme an einem Workshop über die Sage des Ikarus
besteht“.

Schade, wenn‘s dazu käme, denn dann hätten wir niemanden mehr, der Lungenkarzinome mit Globoli bekämpft und Heuschnupfen mit Eigenurin behandelt. Auch ist es total ungerecht, so bewährte Heilmethoden wie Schüßlersalze, Homöopathie, Kinesiologie, Ayurveda, Bachblüten und Fußreflexzonen-Massagen als total sinnlose Quacksalbereien hinzustellen, nur weil die HeilpraktikerInnen nach ein paar flüchtigen Wochenend-Seminaren auf ihre Patientinnen losge-lassen werden - meistens alleinstehende Frauen mit gutem Einkommen.

Schön auch, dass da auch immer wieder Apotheker mitmachen - Menschen, die jahrelang studiert haben, sich Naturwissenschaftler nennen können. Gerne schieben sie bei Schnupfen dem Kunden auch schon mal ein homöo-pathisches Mittel rüber.
Warum? Fragen über Fragen.

*

Auch schlimm: Aus dem „Spiegel“ erfahren wir, dass deutsche Forscher in einem normalen Küchenschwamm so um und bei 54 Milliarden Mikroben angetroffen haben. Da helfen auch mehrere Spülmaschinendurchläufe nix. Es bleiben immer ein paar Millionen hängen, die resistent werden und sich weiter vermehren. Und jetzt kommt das Schlimmste: Sie würden sogar eine Atombombe von Kim Jong Un überleben. Ärgerlich. Denn das war eigentlich unsere letzte Hoffnung in der Küche.

*

Die sommerliche Zeitumstellung bleibt erst einmal. Denn würde sie abgeschafft, wäre es in Polen schon um drei Uhr früh taghell, in Portugal dagegen schiene im Winter die Sonne erst ab zehn Uhr. Aber das ist uns Syltern sowieso schnurz. Wir wollen weiterhin im Juni - mit einem Glas Weißwein in der Hand - um 22 Uhr 16 zuschauen, wie die Sonne im Westen untergeht und dann hinter‘m Horizont - am Nordpol vorbei - Richtung Osten wandert - und - nach einem Besuch der Tundra und Taiga - nach Sylt zurückkehrt.

*

Und hier schon wieder eine neue Erkenntnis aus der flirrenden Welt der Wissenschaft: Um 23 Prozent steigt das Sterberisiko für Patienten, wenn der Chirurg sie an seinem Geburtstag operiert. Also Vorsicht: Da hat man Corona überlebt und dann verreckt man, weil der Herr Doktor wegen Restalkohol den Schleimbeutel mit einer Arterie verwechselt hat. Oder als Zugabe für die glutäugigen Assistenz-Ärztinnen noch den Blinddarm rausschnippelt.

Besser sollte man mit dem Zug fahren, wenn der Lokführer Geburtstag hat! Das ist vielleicht der einzige Tag im Jahr, an dem die Gurke pünktlich ankommt – wo auch immer.

*

Die Ferien sind vorbei - endlich dürfen die Helikopter-Mütter ihre kleinen Klugscheißer wieder mit ihren Stadtpanzern zur Schule kariolen - deutsche Intensivst-Betreuung.

Das führte dazu, so stand‘s im „Spiegel“, dass in einer Hamburger Schule „Hitzefrei“ nicht gewährt werden konnte, da viele Kinder ihren Fußweg nach Hause nicht kannten. Tragisch.

Auf Sylt, in Kampen wäre das nicht passiert. Alexander-Maximilian kennt seinen Weg:

„Ich gehe am Juwelier vorbei, biege am Makler-Büro ab, passiere den Hubschrauber-Landeplatz und dann - beim gelben Lamborghini (Range-Rover, Bentley…?) bin ich zuhause…“