Kampen/Sylt. Autofahrer auf Sylt müssen sich auf eine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung einstellen: Auf der Hauptstraße (L24) durch Kampen gilt inzwischen Tempo 30. Die Maßnahme soll die Lärmbelastung für Anwohner entlang der Ortsdurchfahrt reduzieren und sorgt bereits für Diskussionen.

Die Geschwindigkeitsreduzierung basiert auf den gesetzlichen Vorgaben des Lärmschutzes. Entsprechende Prüfungen hatten ergeben, dass die Voraussetzungen für eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzung erfüllt sind.

Bereits in den vergangenen Monaten war im Zusammenhang mit der Lärmaktionsplanung darüber diskutiert worden, ob auf weiteren Straßenabschnitten der Insel Temporeduzierungen möglich oder notwendig sind. Nachdem entsprechende Regelungen bereits in anderen Bereichen der Insel umgesetzt wurden, gilt nun auch auf der Ortsdurchfahrt durch Kampen bis kurz vor das Ortsausgangschild in Richtung List Tempo 30.

Wichtig dabei: Es handelt sich nicht um eine klassische Tempo-30-Zone, sondern um eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzung. Die bestehenden Vorfahrtsregelungen sowie weitere Verkehrszeichen bleiben unverändert bestehen.

Befürworter sehen in der Maßnahme eine spürbare Entlastung für die Anwohner entlang der stark frequentierten Hauptstraße. Ziel ist es, den Verkehrslärm insbesondere in den Wohnbereichen des Ortes zu reduzieren.

Gleichzeitig sorgt die Entscheidung auch für Diskussionen. Kritiker stellen die Frage, ob zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzungen langfristig noch der richtige Weg sind. Hintergrund ist die Entwicklung im Automobilsektor. Auf EU-Ebene wurde beschlossen, dass ab 2035 keine neuen Pkw mit klassischen Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden sollen. Viele moderne Elektrofahrzeuge verursachen bereits heute deutlich weniger Motorengeräusche als herkömmliche Fahrzeuge.

Mit der Umsetzung der neuen Regelung zeigt sich, dass die Vorgaben der Lärmaktionsplanung inzwischen konkrete Auswirkungen auf den Straßenverkehr auf Sylt haben. Ob die Tempo-30-Regelung in Kampen die gewünschte Wirkung erzielt, dürfte in den kommenden Monaten aufmerksam beobachtet werden.