Sylt. Die Seniorenbusfahrkarte auf Sylt bleibt bestehen, wird künftig jedoch unter veränderten Bedingungen ausgegeben. Das beschloss der Landschaftszweckverband Sylt in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. In der Diskussion wurde deutlich, dass das Angebot grundsätzlich auf breite Zustimmung stößt, gleichzeitig aber Anpassungen für sinnvoll gehalten werden.

Anspruch auf die vergünstigte Jahresfahrkarte haben weiterhin Sylterinnen und Sylter, die das 85. Lebensjahr vollendet haben und ihren ersten Wohnsitz auf der Insel besitzen.

Eine wesentliche Änderung betrifft die bislang geltende Führerscheinregelung. Bisher war die Abgabe des Führerscheins Voraussetzung für den Erhalt der Fahrkarte. Diese Vorgabe wird nun gestrichen. Künftig spielt es keine Rolle mehr, ob die Anspruchsberechtigten im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sind oder nicht.

Auch die Finanzierung wird neu geregelt. Bislang übernahm der Landschaftszweckverband die Kosten der Jahresfahrkarte vollständig. Künftig müssen die Nutzer einen Eigenanteil von 20 Prozent tragen. Bei dem derzeitigen Preis der Jahresfahrkarte der Sylter Verkehrsgesellschaft entspricht dies einem Betrag von 95,70 Euro pro Jahr. Die übrigen Kosten werden weiterhin vom Landschaftszweckverband übernommen.

Die Fahrkarte wird künftig jeweils für die Dauer eines Jahres auf Antrag bewilligt. Eine automatische Verlängerung ist nicht vorgesehen. Wer die Vergünstigung weiterhin nutzen möchte, muss den Antrag künftig jährlich neu stellen und die erforderlichen Nachweise vorlegen. Die konkreten Regelungen zum Antragsverfahren werden von der Verwaltung festgelegt.

Im Ausschuss wurde zudem über einen alternativen Zuschuss zum Deutschlandticket diskutiert. Dieser Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit.

Die neuen Regelungen sollen zunächst in der Praxis erprobt werden. Der Landschaftszweckverband plant, das Thema im Sommer 2027 erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Dann sollen die Erfahrungen ausgewertet und gegebenenfalls weitere Anpassungen beraten werden.

Mit dem Beschluss bleibt das Angebot für viele ältere Insulaner erhalten, die den öffentlichen Nahverkehr regelmäßig nutzen. Gleichzeitig soll die Eigenbeteiligung dazu beitragen, die Kosten künftig auf mehrere Schultern zu verteilen.