Westerland/Sylt. Große Enttäuschung bei vielen jungen Künstlern und Kreativen auf Sylt: Die Graffiti-Wand am Stranddistelweg zwischen dem Sylt Aquarium und dem Beach Box Bistro ist in den vergangenen Tagen erheblich beschädigt worden.

Unbekannte haben an mehreren Stellen den Putz großflächig von der rund 120 Meter langen Mauer abgeschlagen und damit zahlreiche Kunstwerke zerstört oder beschädigt.

Die Schäden sind deutlich sichtbar. Teilweise liegen die abgebrochenen Putzstücke noch vor der Wand. Betroffen sind zahlreiche Graffiti-Arbeiten, die in den vergangenen Monaten und Jahren von Sylter Kindern, Jugendlichen und Künstlern gestaltet wurden.

Die Wand gilt seit vielen Jahren als einer der wenigen Orte auf der Insel, an denen sich junge Menschen kreativ und legal mit Graffiti-Kunst ausdrücken können. Immer wieder entstehen dort neue Motive, werden ältere Werke überarbeitet oder neue Ideen umgesetzt. Die Fläche lebt von ihrer ständigen Veränderung und Entwicklung.

Umso größer ist das Unverständnis über die mutwillige Beschädigung.

Denn zerstört wurden nicht nur Farbe und Putz. Beschädigt wurden auch die Ideen, die Kreativität und viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die in den einzelnen Kunstwerken stecken. Für viele junge Menschen ist die Graffiti-Wand weit mehr als eine bemalte Mauer. Sie ist ein Ort der Begegnung, der Kreativität und des respektvollen Miteinanders.

Die Tat wirft zugleich die Frage auf, wie mit öffentlichen Orten umgegangen wird, die speziell für Jugendliche und kreative Projekte geschaffen wurden. Gerade in Zeiten, in denen auf Sylt verstärkt über Angebote für Kinder und Jugendliche diskutiert wird. 

Viele der dort entstandenen Werke waren Ausdruck persönlicher Ideen, gemeinsamer Projekte oder einfach der Freude am kreativen Gestalten. Einige Kunstwerke wurden durch die Beschädigungen teilweise oder sogar vollständig zerstört.

Wer für den Schaden verantwortlich ist, ist derzeit nicht bekannt.

Fest steht jedoch: Die Graffiti-Wand lebt von Menschen, die sie gestalten, pflegen und mit Leben füllen. Umso bedauerlicher ist es, wenn genau dieses Engagement durch mutwillige Zerstörung beschädigt wird.