Sylt. In Pressemitteilungen war in den vergangenen Wochen zu lesen, dass es für die Gemeinde Sylt keinen Hindenburgdamm mehr gebe – stattdessen ist vom Sylt-Damm die Rede. Das verwundert. Denn soweit ich weiß, wurden die Sylter weder zu einer möglichen Umbenennung befragt noch über einen entsprechenden Beschluss der Gemeindevertretung informiert.

Bekannt ist bislang lediglich die Entscheidung des Festausschusses, der die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Dammes vorbereitet. Dort wurde vorgeschlagen, im Zusammenhang mit dem Jubiläum künftig den Begriff Sylt-Damm zu verwenden. Hintergrund war offenbar der Wunsch, die Feierlichkeiten nicht durch Diskussionen über die historische Person Paul von Hindenburg überschatten zu lassen. Diesen Gedanken kann ich nachvollziehen.

Dennoch bleibt die Frage, ob eine so weitreichende Veränderung nicht gemeinsam mit den Menschen auf der Insel hätte diskutiert werden müssen. Schließlich erhielt der Damm bei seiner Einweihung durch die Sylter den Namen Hindenburgdamm. Unabhängig davon, wie man heute zu dieser Namensgebung steht, gehört sie zur Geschichte der Insel.

Wenn nun der Eindruck entsteht, die Meinung der Bürger spiele bei solchen Entscheidungen keine Rolle, ist das kein gutes Signal. Gerade bei Themen, die Identität und Geschichte betreffen, sollte Transparenz und Beteiligung selbstverständlich sein.

Wenn die Bürgermeinung tatsächlich gefragt ist, könnte die nächste Landtagswahl eine gute Gelegenheit bieten, die Sylter zu befragen: Soll der Damm künftig einen historisch neutralen Namen tragen oder weiterhin Hindenburgdamm heißen? Eine offene Diskussion und eine demokratische Entscheidung würden dem Thema gut tun.

Alfred Bartling, Morsum