Westerland/Sylt. Nach den Schüssen auf einen Barber-Shop in der Strandstraße in Westerland am Mittwochvormittag, 03. Juni 2026, hat die Polizei weitere Einzelheiten bekannt gegeben. Gegen die beiden Tatverdächtigen wurde inzwischen Untersuchungshaft angeordnet.

Nach Angaben der Ermittler wurden mindestens drei Schüsse mit einer scharfen Schusswaffe auf den Eingangsbereich des Geschäfts abgegeben. Verletzt wurde bei dem Vorfall glücklicherweise niemand.

Unmittelbar nach der Tat leitete die Polizei umfangreiche Fahndungsmaßnahmen auf der gesamten Insel ein. Der Bereich rund um die Strandstraße wurde weiträumig abgesperrt. Zudem kontrollierten Polizeikräfte Bahnhöfe und abfahrende Züge, um mögliche Tatverdächtige aufzuspüren.

Bereits kurz nach dem Vorfall konnte ein 23-jähriger Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit festgenommen werden. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen geriet zudem ein 15-jähriger Jugendlicher mit aserbaidschanischer Staatsangehörigkeit in den Fokus der Polizei. Er wurde am Bahnhof überprüft und wird als Beschuldigter im eingeleiteten Ermittlungsverfahren geführt.

Während der laufenden Fahndung kam es zeitweise auch zu einem größeren Polizeieinsatz in der Süderstraße. Dort war die Straße zwischen „Am Seedeich“ und „Trift“ gesperrt worden. Hintergrund war ein Hinweis auf eine möglicherweise durch Schüsse verletzte Person in einem Wohnhaus. Dieser Verdacht bestätigte sich jedoch nicht. Die Absperrungen wurden anschließend wieder aufgehoben.

Die Ermittlungen werden derzeit unter anderem wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, der Sachbeschädigung sowie wegen Verstößen gegen das Waffengesetz geführt. Zur Spurensicherung war auch die Bezirkskriminalinspektion Flensburg im Einsatz.

Am späten Abend erklärte die Polizei die Fahndungsmaßnahmen für beendet und bedankte sich bei der Bevölkerung für das Verständnis sowie die Unterstützung während des Einsatzes.

Inzwischen wurden beide Tatverdächtige dem Amtsgericht Niebüll vorgeführt. Die Haftrichterin erließ gegen beide einen Untersuchungshaftbefehl. Damit befinden sich sowohl der 23-Jährige als auch der 15-Jährige nun in Untersuchungshaft.

Die Hintergründe der Tat sowie mögliche Motive sind weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.