Sylt. Im Rathauspark Westerland ist ab dem 5. Juni die Ausstellung „#StolenMemory“ der Arolsen Archives zu sehen. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Erinnerungskultur Nationalsozialismus auf Sylt und mit Unterstützung der Gemeinde Sylt wird die internationale Wanderausstellung erstmals auf der Insel präsentiert. Die Ausstellung bleibt bis Anfang Oktober im öffentlichen Raum des Rathausparks zugänglich.
Im Mittelpunkt stehen sogenannte „Effekten“ – persönliche Gegenstände wie Uhren, Eheringe oder Brieftaschen, die Häftlingen bei ihrer Ankunft in Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen wurden. Viele dieser Gegenstände lagern bis heute in den Arolsen Archives, dem weltweit größten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Noch immer wird nach Angehörigen gesucht, um die Erinnerungsstücke an die Familien zurückzugeben.
Die Ausstellung informiert über die Arbeit der Arolsen Archives und erzählt anhand einzelner Schicksale von Verfolgung, Verlust und Erinnerung. Zugleich zeigt sie, wie Freiwillige und Historiker europaweit dabei helfen, Familien der Opfer ausfindig zu machen.
Auch auf Sylt gibt es einen direkten Bezug zur Aktion: Bereits 2018 erhielt die Familie des Westerländers Max Feddersen Ehering und Taschenuhr zurück, die ihm 1944 im Konzentrationslager Neuengamme abgenommen worden waren.
Die Kampagne „#StolenMemory“ war bereits in zahlreichen europäischen Städten zu sehen und macht nun auch auf Sylt auf die Bedeutung von Erinnerungskultur und historischer Verantwortung aufmerksam. Weitere Informationen gibt es unter www.stolenmemory.org.