Sylt. Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit treibt auf Sylt wieder verstärkt die sogenannte Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, aus. Die Inselverwaltung Sylt warnt aktuell eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren der Pflanze und bittet Anwohnerinnen und Anwohner um besondere Vorsicht.

Die zunächst harmlos wirkende Pflanze mit ihren großen weißen Blütendolden kann schwere gesundheitliche Folgen verursachen. Gelangt Pflanzensaft auf die Haut, kann es in Verbindung mit Sonnenlicht zu starken Verbrennungen, Entzündungen und schmerzhaften Hautreaktionen kommen. In einzelnen Fällen können selbst Aufenthalte in unmittelbarer Nähe der Pflanze Atembeschwerden oder eine bis zu drei Wochen anhaltende akute Bronchitis auslösen.

Besonders problematisch: Eine einzelne Pflanze kann mehrere zehntausend Samen bilden, die sich durch Wind schnell weiterverbreiten. Deshalb versucht die Inselverwaltung aktuell zahlreiche Pflanzen an Gehwegen, öffentlichen Flächen und Plätzen auf der gesamten Insel zu entfernen.

„Bei der Bekämpfung des sogenannten Riesenbärenklaus konzentrieren wir uns auf alle Bereiche, die eine unmittelbare Gefahr für Menschen und Hunde darstellen und bedanken uns für die Hinweise aus der Bevölkerung“, erklärt Florian Korte, Sprecher der Inselverwaltung Sylt.

Die Verwaltung weist gleichzeitig darauf hin, dass abgelegene oder stark eingewachsene Bestände nicht überall entfernt werden können. Spaziergänger und Hundebesitzer sollten entsprechende Bereiche deshalb möglichst meiden.

Für Grundstückseigentümer gilt die Empfehlung, Pflanzen möglichst frühzeitig vor der Samenreife zu entfernen. Dabei sollte unbedingt Schutzkleidung getragen und jeder direkte Hautkontakt vermieden werden.

Die Inselverwaltung empfiehlt, die Pflanzen dicht über dem Boden abzuschneiden. Die Blütendolden sollten anschließend über den Hausmüll entsorgt werden und nicht in die Biotonne gelangen. Wichtig seien außerdem regelmäßige Nachkontrollen, da die Pflanzen erneut austreiben oder neue Keimlinge entstehen können.

Falls es dennoch zu einem Kontakt mit Pflanzensaft kommt, sollte direkte Sonneneinstrahlung sofort vermieden werden. Die betroffenen Hautstellen sollten gründlich mit Wasser und Seife oder alternativ mit Spiritus gereinigt werden.

Gerade jetzt im Frühjahr bittet die Inselverwaltung die Bevölkerung deshalb um Aufmerksamkeit und einen vorsichtigen Umgang mit der gefährlichen Pflanze.