Pflege der historischen Heideflächen am Flugplatz Sylt gestartet Kreis Nordfriesland erneuert wertvolle Kulturlandschaft im FFH-Gebiet Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Sylt. (red) Der Kreis Nordfriesland hat am 26. November 2025 mit umfangreichen Pflegearbeiten an den Heideflächen nordwestlich des Flugplatzes Sylt begonnen. Die Maßnahmen finden im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Dünen- und Heidelandschaften Nord- und Mittel-Sylt“ statt, das zu den bedeutendsten Heidekomplexen Schleswig-Holsteins zählt.

Zu Beginn des mehrwöchigen Einsatzes werden Gehölze entfernt, die den lichtbedürftigen Heidepflanzen die Entwicklung erschweren. Im weiteren Verlauf folgt ein mosaikartiger Abtrag überalterter Heidebereiche sowie des nährstoffreichen Oberbodens. Auf dem freigelegten Sandboden kann sich die Vegetation verjüngen, wodurch seltene Arten erneut bessere Ausbreitungsbedingungen erhalten.

Ziel des Vorhabens ist die Instandsetzung und langfristige Sicherung der einzigartigen Heidebestände sowie die Förderung der Biodiversität auf der Insel. Die Arbeiten sollen bis Januar 2026 abgeschlossen sein. Während dieser Zeit ist der bestehende Spazierweg abschnittsweise nur eingeschränkt nutzbar.

Die Pflege des historischen Heidegebietes erfolgt als Gemeinschaftsprojekt des Kreises Nordfriesland, des Landschaftszweckverbandes der Sylter Gemeinden, des Landesamtes für Umwelt sowie der auf der Insel aktiven Naturschutzverbände. Gefördert wird das Vorhaben durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) sowie durch Mittel der Europäischen Union und des Landes Schleswig-Holstein.

Die Heideflächen des Sylter Inselkerns stellen eine Kulturlandschaft dar, die ursprünglich durch jahrhundertelange Beweidung entstanden ist. Bleibt diese Nutzung aus, breiten sich Gebüsche und konkurrenzstarke Arten aus, wodurch typische Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Zusätzliche Nährstoffeinträge – etwa über die Luft oder durch Hundekot – begünstigen zudem unerwünschte Pflanzen wie Brombeere, Brennnessel und Kartoffelrose und verstärken den Veränderungsdruck auf das sensible Ökosystem.