Die Galerie Herold steht seit mehr als 40 Jahren für norddeutsche Kunst in den Bereichen Impressionismus, Expressionismus und Contemporary Art. Gegründet wurde das Familienunternehmen 1978 von Rainer Herold. Heute ist die Galerie mit Standorten in Kampen auf Sylt und in Hamburg vertreten und zeigt Werke bedeutender Künstlervereinigungen ebenso wie ausgewählte zeitgenössische Positionen.


Zum Programm gehören Arbeiten des Hamburgischer Künstlerclubs, der Hamburgische Sezession sowie der Brücke-Maler. Ergänzt wird das Portfolio durch Werke weiterer namhafter Künstler. Heute arbeiten Patrick und Katharina Herold, die Kinder von Rainer und Karin Herold, im Familienunternehmen mit und führen die Galerie in zweiter Generation fort.


Der Hamburgischer Künstlerclub wurde 1897 in Hamburg als wichtige Künstlervereinigung gegründet. Acht Künstler gehörten ihm an. Die Werke dieser Zeit orientierten sich stark am französischen Impressionismus und prägten die frühe Entwicklung der modernen Kunst in Hamburg.


Nach dem Ersten Weltkrieg gründete sich 1919 die Hamburgische Sezession, die als Geburtsstunde der Hamburger Kunstszene gilt. Die Vereinigung zählte 52 Mitglieder, darunter Männer und Frauen sowie Künstler jüdischer Abstammung. Aufgrund der Repressionen des nationalsozialistischen Regimes löste sich die Sezession 1933 selbst auf.


Ein weiterer Schwerpunkt der Galerie Herold liegt auf der Künstlergruppe „Brücke“. Sie wurde 1905 in Dresden unter anderem von Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Ernst Ludwig Kirchner gegründet und brachte den Expressionismus nach Deutschland. Zeitweise gehörten auch Emil Nolde, Max Pechstein und Otto Mueller der Gruppe an. Werke aus diesen Künstlerkreisen sind in der Galerie Herold vertreten. Aktuell werden in der Galerie in Kampen drei Werke von Emil Nolde gezeigt. Zur Sammlung gehört zudem ein Werk von Paul Signac, einem der wichtigsten Vertreter des Pointillismus. Signac war eng mit Ivo Hauptmann befreundet, wodurch eine Verbindung zur Hamburger Künstlerszene entstand. Gezeigt wird eine großformatige Tuschpinselzeichnung, die sich fast ein Jahrhundert lang in Privatbesitz befand und als Vorarbeit zum Gemälde „Antibes“ gilt.


Ein weiteres Highlight der Sammlung ist das „Bildnis einer Bäuerin im Profil“, gemalt 1898 von Paula Modersohn-Becker. Sie zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus. Anlässlich ihres 150. Geburtstags ist im kommenden Jahr eine Ausstellung in Bremen und Dresden geplant.


Direkt neben der klassischen Galerie haben Katharina und Patrick Herold die Herolds Contemporary Galerie eröffnet. Dort widmen sie sich der zeitgenössischen Kunst. Aktuell werden Werke von Hermann Grünberg, Vicente Hirmas aus Chile, Vera Edwards, Nana Berthelot aus Mallorca, Heini Linkshänder und Johannes Geccelli gezeigt.


Bereits 2024 eröffnete Katharina Herold in Felanitx auf Mallorca die Heroldian Art. In einem Townhouse verbindet sie dort Künstlerresidenz, Galerie nach Terminabsprache und privates Wohnhaus. Die Räume sind mit Kunstwerken aus der Galerie Herold, aus der privaten Sammlung sowie mit Fundstücken aus aller Welt kuratiert.


Die Galerie Herold in Kampen ist noch bis zum 7. Januar 2026 geöffnet. Die Öffnungszeiten sind täglich von 11 bis 18 Uhr, sonntags ab 12 Uhr. Der Besuch richtet sich an kunstinteressierte Gäste ebenso wie an Sammler und bietet einen gut verständlichen Zugang zu bedeutenden Positionen der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst.