Husum. (Kreis NF) Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
gehen Ihnen die zahllosen Baustellen in Nordfriesland auf die Nerven? Uns nicht. Denn jeder Bauzaun, jede Straßensperrung, Sanierung und Umleitung zeigt: Es geht voran. Ein Paradebeispiel ist der dreistreifige Ausbau der B5 zwischen Tönning und Husum. Jahrzehntelang haben wir darauf gewartet – nun geht es zügig vorwärts.
Hoffentlich können wir das Gleiche bald auch von der B5 im nördlichen Verlauf sagen: Ein Landesamt arbeitet an dem Zeitplan für die Ortsumgehung Hattstedt-Bredstedt. Wir hoffen, dass die Baustelleneinrichtung 2026 beginnt und die Baumaßnahme dann nach drei bis vier Jahren abgeschlossen ist.
Ein anderes unverzichtbares Infrastrukturprojekt bereitet uns immer noch Sorgen: Der so dringend benötigte zweigleisige Ausbau der Marschbahn darf nicht erst 2045 oder noch später kommen! Zwar hat die Bundesregierung eingeräumt, dass die Marschbahn für den geplanten Deutschlandtakt unverzichtbar ist, doch könne noch kein Zeitpunkt für die Zweigleisigkeit genannt werden. Die Position des Kreises ist klar: Der Ausbau muss schnellstmöglich abgeschlossen werden. Wir bleiben dran.
Im Süden des Kreises besteht inzwischen die begründete Hoffnung, dass die Sanierung der Eiderbrücke bei Tönning ohne längere Vollsperrung auskommt. Wir werden auch dieses Thema im Blick behalten.
Optimismus ist beim Hochbau angebracht: Der Anbau des Husumer Kreishauses wird, wie geplant, im Mai bezugsfertig sein. Für den 9. Mai laden wir Sie zu einem Tag der offenen Tür ein. Die beste Nachricht des Jahres jedoch überbrachte Staatssekretär Dr. Olaf Tauras am Tag vor Nikolaus: Wir können mit den Planungen für ein neues Krankenhaus in Husum beginnen! Läuft alles gut, ist es in acht Jahren bezugsfertig. Das wird die medizinische Versorgung im Kreisgebiet auf ein ganz neues Niveau heben.
Ob unsere im November vorgelegte Wohnungsmarkt-Analyse ähnliche Effekte auf dem Wohnungsmarkt auslöst? Wir hoffen es. Auf Grundlage qualifizierter Prognosen können unsere Städte und Gemeinden nun einschätzen, wie viel und welche Art von Wohnraum in ihrem Gebiet bis 2030 und 2040 benötigt wird, und entsprechende Baugebiete ausweisen. Möge die überall festzustellende Wohnungsknappheit auf diese Weise endlich spürbar reduziert werden!
In diesem Jahr haben wir die Erschließungsgesellschaft Nordfriesland gegründet. Sie wird Gewerbeflächen so entwickeln, dass neue Firmen hier nicht nur einen Standort, sondern ein umfangreiches Netzwerk von Partnern und Unterstützern vorfinden, damit sie schnell und nachhaltig Wertschöpfung erzielen und Arbeitsplätze schaffen können.
Großer Aufmerksamkeit erfreute sich der im April vorgestellte dritte Minderheitenbericht des Kreises. In diesem Jahr ergänzte ihn eine Ausstellung über die Minderheit der Sinti und Roma. Sie hat zur Aufklärung beigetragen und zahlreiche Vorurteile widerlegt.
Sofort ausgebucht war ein innovatives gemeinsames Angebot unseres Gesundheitsamtes und des Klinikums NF: Dort lernten Frauen, wie sie ihre Brust selbst auf Veränderungen abtasten können, weil die Brustkrebs-Früherkennungsangebote der Krankenkassen nicht ausreichen. Diese Kurse werden im neuen Jahr an einen qualifizierten freien Träger übergeben, damit sie häufiger und an mehreren Orten im Kreisgebiet stattfinden können.
Auf konkrete Bedürfnisse von Bürgerinnen und Bürgern gehen wir auch mit der Einführung der „Einfachen Sprache“ ein: Schwer verständliche behördliche Schreiben werden durch eine leicht verständliche Zusammenfassung ergänzt, die ohne Paragraphen und lange Sätze auskommt. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.
Sehr erfreulich fielen auch die Reaktionen auf unsere Kampagne „Nordfriesland – sei bereit“ aus. Sie begann Ende September mit dem außerordentlich gut besuchten „Tag des Bevölkerungsschutzes“ am Husumer Hafen. Unter anderem mit Plakaten und Flyern rief sie uns allen ins Gedächtnis, wie wichtig und wie einfach es ist, sich auf Gefahrensituationen wie etwa Starkregen vorzubereiten. Wer es tut, kann selbstbewusst sagen: „Ik heff allens paraat“.
Dafür, dass Nordfriesland auch in Ernstfällen wie etwa einer Sturmflut alles parat hat, danken wir den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz engagieren – ob in der Feuerwehr, beim THW, beim DRK, in der DLRG, bei den Johannitern, den Maltesern oder anderen Hilfeleistungs-Organisationen. Andere kümmern sich in Vereinen oder als Jägerinnen und Jäger um die Pflege und Erhaltung der Natur, betreuen Kinder und Jugendliche in Zeltlagern oder übernehmen Verantwortung in Sport- und anderen Vereinen. Sie alle halten unsere Gesellschaft zusammen, und dafür möchten wir allen Engagierten von ganzem Herzen danken. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein frohes und gesundes Jahr 2026.
Herzliche Grüße – hartliche Gröötnisse – ma wanlike gröötnise – venlig hilsen – mæ venle hilsen
Frank Zahel Florian Lorenzen
Kreispräsident Landrat