Keitum. Sieben Künstler, unterschiedliche Ausdrucksformen und Werke, die zum Entdecken, Nachdenken und manchmal auch zum Schmunzeln einladen: Mit zahlreichen geladenen Gästen eröffnete Cornelia Kamp im Benen-Diken-Hof in Keitum die neue Gruppenausstellung „Besuch aus Berlin“. Bis zum 28. Februar 2027 sind dort Arbeiten von Persis Eisenbeis, Johannes Hepp, Lars Theuerkauff, Roxana Halls, Christine Brey, Hubertus Hamm und Valeria Patrizi zu sehen. Die Ausstellung vereint Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur und zeigt, wie unterschiedlich Künstler ihre Gedanken, Beobachtungen und Gefühle zum Ausdruck bringen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Die Idee zu dieser besonderen Zusammenstellung entstand durch persönliche Begegnungen. Auf Ausstellungen und Kunstmessen, unter anderem in Berlin und Karlsruhe, entdeckte Cornelia Kamp Künstler, deren Arbeiten sie nachhaltig beeindruckten. Aus diesen Begegnungen entwickelte sich der Wunsch, verschiedene Positionen in einer gemeinsamen Ausstellung auf Sylt zusammenzubringen. Entstanden ist eine abwechslungsreiche Präsentation, bei der jedes Werk seine eigene Geschichte erzählt.

Besonders eindrucksvoll sind die filigranen Holzskulpturen von Johannes Hepp aus Freiburg. Mit viel handwerklichem Geschick und einem feinen Gespür für Humor erschafft er kleine Figuren, die häufig in ungewöhnlichen Zusammenhängen auftauchen. Mal sitzen einsame Menschen auf Wolken, mal finden sich winzige Figuren in Glühbirnen wieder. Seine Arbeiten überraschen durch ihre detailreiche Gestaltung und regen zugleich zum Nachdenken an.

Mit Erinnerungen an die Kindheit beschäftigt sich Lars Theuerkauff in seiner Serie „Love, Lost and Found“. Im Mittelpunkt stehen Teddybären, die einst geliebte Begleiter waren, irgendwann vergessen wurden oder verloren gingen. Manche tragen deutliche Gebrauchsspuren, andere haben bereits ein Ohr eingebüßt. Die Arbeiten erzählen von Vertrautheit, Verlust und Wiederentdeckung und dürften bei vielen Besuchern eigene Erinnerungen wecken.

Eine ganz andere Bildsprache zeigt Persis Eisenbeis. Ihre Malerei besticht durch außergewöhnliche Präzision und aufwendig gestaltete Hintergründe. Ornamente, die auf den ersten Blick wie gedruckt erscheinen, sind tatsächlich von Hand gemalt. In ihren Bildern begegnen dem Betrachter häufig einsam wirkende Menschen und Kinder in rätselhaften Situationen. Die Werke lassen viel Raum für eigene Interpretationen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Die aus London stammende Roxana Halls widmet sich unter anderem weiblichen Figuren. Ihre Frauenporträts zeigen die Dargestellten häufig von hinten, sodass der Eindruck entsteht, sie könnten sich jeden Moment umdrehen. Bemerkenswert ist dabei die malerische Genauigkeit der Künstlerin, die ihren eigenen Weg zur Kunst ohne klassische akademische Ausbildung gefunden hat.

Auch Valeria Patrizi aus Rom beeindruckt mit einer besonderen Technik. Die studierte Malerin und Restauratorin kombiniert Zeichnungen und Aquarelle mit Kaffee, wodurch ihre Arbeiten die Anmutung alter Gemälde erhalten. Ihre ausdrucksstarken Porträts leben von wenigen, präzise gesetzten Strichen und einer zurückhaltenden Farbigkeit. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Christine Brey entführt mit ihren Bleistiftzeichnungen in geheimnisvolle Traumlandschaften. Menschen erscheinen in ungewöhnlichen Räumen und Situationen, deren Bedeutung sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Die ausschließlich in Schwarz-Weiß gehaltenen Arbeiten bilden einen spannenden Kontrast zur farbigen Malerei und laden dazu ein, sich intensiver mit den dargestellten Szenen auseinanderzusetzen. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Hubertus Hamm wiederum beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Fotografie und ihrer räumlichen Wirkung. Seine Arbeiten verlassen teilweise die klassische zweidimensionale Darstellung und bewegen sich in Richtung dreidimensionaler Objekte und Skulpturen. Damit eröffnet er neue Perspektiven auf das fotografische Bild.

Gerade diese Vielfalt macht den Reiz der Ausstellung aus. Während einige Werke durch ihre handwerkliche Perfektion beeindrucken, erzählen andere leise Geschichten über Einsamkeit, Sehnsucht, Erinnerungen und menschliche Beziehungen. Nicht immer erschließt sich ihre Bedeutung sofort. Vielmehr sind die Besucher eingeladen, genauer hinzusehen und eigene Gedanken zu entwickeln.

Nach der gelungenen Eröffnung mit zahlreichen geladenen Gästen freut sich Cornelia Kamp nun auf viele kunstinteressierte Besucher, die sich auf die unterschiedlichen Werke einlassen und die Ausstellung in Ruhe entdecken möchten.

Die Gruppenausstellung „Besuch aus Berlin“ ist bis zum 28. Februar 2027 im Benen-Diken-Hof in Keitum zu sehen.