13 neue Kolleginnen und Kollegen innerhalb von drei Monaten: Dass es der Inselverwaltung gelingt, offene Stellen zu besetzen, ist zunächst eine gute Nachricht. Gerade auf Sylt, wo Wohnraum knapp und die Suche nach Fachkräften schwierig ist, dürfte jede erfolgreich besetzte Stelle willkommen sein.
Trotzdem darf die Frage gestellt werden: Wann spüren Bürger und Politik diese personelle Verstärkung auch im Verwaltungsalltag?
Die Gemeinde wirbt selbst damit, inzwischen mit mehr als 300 Kolleginnen und Kollegen an der Zukunft der Gemeinde zu arbeiten. Gleichzeitig sucht sie weiterhin Personal, unter anderem für verantwortliche Positionen wie die Leitung der Bauverwaltung.
Auch an anderer Stelle werden Belastungen sichtbar: Beim Versand der Grundsteuerbescheide kündigte die Verwaltung beispielsweise mögliche Verzögerungen bei der Bearbeitung von Anfragen an.
Hinzu kommt aktuell eine gewaltige organisatorische Aufgabe: Zum 1. Januar 2027 soll aus dem Amt Landschaft Sylt und der hinzukommenden Gemeinde Sylt das neue Amt Insel Sylt entstehen. Zuständigkeiten und Stellen werden dafür neu geordnet, technische Strukturen angepasst und Arbeitsabläufe vorbereitet.
Gerade deshalb reicht es auf Dauer nicht, Neueinstellungen mit einem freundlichen Gruppenfoto zu präsentieren. Entscheidend ist, was zusätzliche Stellen für die Menschen auf Sylt konkret verändern: Werden Anträge schneller bearbeitet? Kommen Projekte zügiger voran? Werden politische Beschlüsse schneller umgesetzt? Verbessert sich die Erreichbarkeit? Und an welchen Stellen konnten bestehende Rückstände tatsächlich abgebaut werden?
Das wäre vielleicht die spannendere Fortsetzung der Meldung: nicht nur wer neu angefangen hat, sondern auch wo die zusätzliche personelle Kraft ankommt.
Denn eine leistungsfähige Verwaltung bemisst sich am Ende nicht an der Zahl der Köpfe auf einem Foto. Sie zeigt sich daran, was für die Insel tatsächlich erledigt wird.