Sylt. Schnee auf den Dünen, Eis entlang der Küste und ein Himmel voller dramatischer Wolken: Im Februar dieses Jahres zeigte sich Sylt von einer Seite, die selbst viele Insulaner nur selten erleben. Der Berliner Maler Christopher Lehmpfuhl nutzte diese außergewöhnliche Wetterlage, um die winterliche Insel unmittelbar vor Ort zu malen. Entstanden ist der beeindruckende Werkzyklus „Sylt on Ice“, der noch bis zum 20. September 2026 und im Sylt Museum in Keitum zu sehen ist.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten besucht Lehmpfuhl regelmäßig Sylt. Für seine aktuelle Serie reiste er jedoch bewusst im Winter auf die Insel. Die geschlossene Schneedecke, vereiste Küstenabschnitte und die raue Kraft der Nordsee lieferten ihm Motive, die auf Sylt nur äußerst selten zu erleben sind. Besonders die Landschaft am Ellenbogen mit ihrer Weite und Ursprünglichkeit inspirierte ihn zu zahlreichen großformatigen Gemälden.

Christopher Lehmpfuhl zählt zu den bedeutendsten deutschen Plein-Air-Malern der Gegenwart. Seine Bilder entstehen ausschließlich unter freiem Himmel – unabhängig von Wind, Regen, Schnee oder eisigen Temperaturen. Wetter und Licht gehören für ihn nicht nur zur Kulisse, sondern werden Teil des kreativen Prozesses. Gerade wechselhafte Bedingungen verleihen seinen Arbeiten ihre besondere Ausdruckskraft. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Charakteristisch für seine Malweise ist der unmittelbare Umgang mit der Farbe. Anstelle eines Pinsels arbeitet Lehmpfuhl überwiegend mit behandschuhten Händen und trägt die Ölfarbe in dicken Schichten direkt auf die Leinwand auf. So entstehen reliefartige Oberflächen, die den Werken eine außergewöhnliche Plastizität verleihen. Aus nächster Nähe wirken die Gemälde beinahe abstrakt, erst mit etwas Abstand fügen sich die kräftigen Farbschichten zu Dünenlandschaften, Wasserflächen, Wolkenformationen und Küstenansichten zusammen.

Mit „Sylt on Ice“ im Sylt Museum ist eine Ausstellung entstanden, die weit mehr zeigt als außergewöhnliche Winterlandschaften. Sie macht die Kraft der Elemente ebenso erlebbar wie die besondere Handschrift eines Künstlers, der seine Motive unmittelbar in der Natur entstehen lässt.

Neben den großformatigen Winterbildern im Sylt Museum präsentiert die Ausstellung im Benen Diken Hof zahlreiche weitere Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen. Frühere Sylt-Motive zeigen die Insel zu anderen Jahreszeiten und unter wechselnden Lichtstimmungen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Landschaften aus Berlin, Dänemark und von der Ostseeküste. Auch Aquarelle, Lithografien und Monotypien geben Einblicke in die Vielseitigkeit des Künstlers. Während die Ölgemälde durch ihre kraftvolle Materialität beeindrucken, zeigen die Aquarelle eine feinere und ruhigere Seite seines Schaffens. Lichtreflexe auf dem Meer, bewegte Wasseroberflächen und wechselnde Wolkenstimmungen vermitteln eine besondere Leichtigkeit. Die Monotypien entstehen als Unikate und eröffnen einen weiteren spannenden Blick auf Lehmpfuhls künstlerische Handschrift.

Kuratiert wurde die Ausstellung im Benen Diken Hof von Cornelia Kamp, die das Werk Christopher Lehmpfuhls seit vielen Jahren kennt. Umso mehr freut sie sich über die Zusammenarbeit mit dem Sylt Museum und Museumsleiter Dr. Alexander Römer, ergänzen sich doch diese beiden Ausstellungen und zeigen das ganze Spektrum Christopher Lehmpfuhls. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Beide Ausstellungen vermitteln einen umfassenden Eindruck von der außergewöhnlichen Arbeitsweise des Berliner Künstlers sowie seiner intensiven Auseinandersetzung mit Landschaft, Wetter und Licht.

Allen Werken gemeinsam ist die intensive Beschäftigung mit den Kräften der Natur. Wind wird sichtbar, Wolken scheinen über den Himmel zu ziehen und das Meer wirkt beinahe greifbar. Die Landschaft erscheint niemals statisch, sondern stets in Bewegung. Dieser Artikel erschien zuerst exklusiv bei Dein Sylt / Sylter Spiegel.

Bis zum 20. September bietet sich im Benen-Diken-Hof und im Sylt Museum die Gelegenheit, Sylt aus einer ungewöhnlichen, eindrucksvollen Perspektive zu entdecken.