Morsum. Rund 40 Teilnehmer haben sich auf Einladung des Fördervereins der St. Martin Kirche, am 25. Mai 2026, zu einer Nachtwanderung durch die Morsumer Wiesen getroffen. Während des etwa eineinhalbstündigen Rundgangs erfuhren die Besucher zahlreiche Geschichten und Anekdoten über die Entstehung und Entwicklung des Ortes.
Im Mittelpunkt stand die Geschichte der Kirche und des alten Ringdorfes Morsum, die Pauli, ein echtes Morsumer Urgestein, den Wanderern vermittelte. Der Überlieferung nach sollten die Steine für den Kirchenbau ursprünglich weiter unten im Ort abgeladen werden. Doch angeblich lagen sie über Nacht plötzlich weiter oben. Die Bauleute entschieden schließlich, die Kirche genau dort zu errichten. So begann im Jahr 1240 die Geschichte des heutigen Morsums.
Rund um die Kirche entwickelte sich nach und nach das typische Ringdorf mit den Ortsteilen Osterende, Nösse, Terpstig, Großmorsum und Kleinmorsum. Innerhalb dieses Rings durfte ursprünglich kaum gebaut werden, da sich dort das wertvolle Ackerland befand. Noch heute prägen Getreidefelder das Bild des Ortes. Dahinter beginnt das weniger ertragreiche Marschland, das früher überwiegend als Weideland genutzt wurde.
Während der Wanderung wurde auch deutlich, wie stark sich Morsum verändert hat. Gab es um 1950 noch rund 50 landwirtschaftliche Betriebe, wirtschaften heute nur noch drei Höfe. Erinnert wurde außerdem an die frühere Mühle beim heutigen Campingplatz. Dort ließen die Bauern ab 1887 ihr Korn mahlen, bevor viele Höfe eigene kleine Schrotmühlen anschafften. Die große Mühle wurde 1918 stillgelegt und 1928 aufs Festland gebracht.
Auch geografische Besonderheiten spielten eine Rolle. So erfuhren die Teilnehmer, dass der höchste Punkt der Insel bei Nösse liegt und nicht an der Kirche. Zudem wurde erläutert, dass Morsum bei einer schweren Sturmflut besonders gefährdet wäre.
Zum Abschluss richtete Regina Nitz noch einige Worte an die Teilnehmer und ließ damit das Pfingstfest ausklingen. Der Abend endete an der Kirche St. Martin am Lagerfeuer bei Gegrilltem und Getränken.