Kampen/Sylt. Mit einem umfangreichen Projekt wird in Kampen derzeit die Ausbreitung der invasiven Kartoffelrose (Rosa rugosa) – auf Sylt auch als „Sylter Rose“ bekannt – gezielt bekämpft. Ziel ist es, die empfindliche Heide- und Dünenlandschaft der Insel langfristig zu schützen und gleichzeitig gesundheitliche Risiken zu reduzieren.
Die ursprünglich eingeführte Pflanze hat sich über Jahre stark ausgebreitet und verdrängt zunehmend heimische Arten wie Dünengräser und Heidepflanzen. Diese sind jedoch von zentraler Bedeutung für die Stabilisierung der Dünen und damit für den Küsten- und Inselschutz. Während die Kartoffelrose optisch vielerorts zum Landschaftsbild gehört, stellt sie aus naturschutzfachlicher Sicht ein ernstzunehmendes Problem dar.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Maßnahme ist die Eindämmung der Goldafter-Raupe. Diese nutzt die Kartoffelrose als Nahrungsquelle und kann sich dadurch besonders gut vermehren. Die Raupen sind nicht nur für die Vegetation problematisch, sondern stellen auch für den Menschen eine gesundheitliche Belastung dar: Ihre feinen Brennhaare können Hautreizungen, Juckreiz und allergische Reaktionen auslösen.
Um sowohl die Ausbreitung der Pflanze als auch die Lebensgrundlage der Raupen zu reduzieren, werden die betroffenen Flächen systematisch bearbeitet. In einem ersten Schritt erfolgt die Entkusselung und Gehölzentnahme, bei der die Pflanzen mechanisch entfernt werden. Anschließend werden die Flächen mit speziellem Geotextil abgedeckt.
Dieses Verfahren verhindert durch Abdunklung die Photosynthese der Pflanzen und damit ein erneutes Austreiben. Damit die Maßnahme nachhaltig wirkt, bleibt das Material über einen Zeitraum von etwa drei Jahren auf den Flächen liegen. Erst wenn die Wurzeln vollständig abgestorben sind, gilt die Bekämpfung als erfolgreich.
Begleitet wird das Projekt unter anderem von der Sölring Foriining und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kampen umgesetzt. Es gilt als Leuchtturmprojekt für den Erhalt der Sylter Natur.
Langfristig soll die Maßnahme dazu beitragen, die ursprüngliche Vegetation zu stärken, die Dünen zu stabilisieren und gleichzeitig die Ausbreitung gesundheitlich problematischer Insekten einzudämmen. Damit verbindet das Projekt Naturschutz und Vorsorge auf der Insel in besonderer Weise.